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Jagd nach der gelben Filzkugel in Schwertberg seit 40 Jahren auf Vereinsebene etabliert

Markus Hochgatterer, 14.04.2020 10:31

SCHWERTBERG. Eine der ersten Sportarten, die im Ort betrieben wurde, war um 1900 Tennis. Der für Sommerfrischler gedachte Platz befand sich auf dem Parkgelände, verschwand später aber von der Bildfläche. Erst 1980 wurde der Tennisbetrieb wieder aufgenommen. Tips-Redakteur Markus Hochgatterer blickte gemeinsam mit den ASKÖ-Vereinsverantwortlichen auf das Geschehen der vergangenen vier Jahrzehnte zurück.

  1 / 7   Die Herrenmannschaft wurde 1982 im ersten Jahr gleich Meister. Das Bild zeigt die „Legenden“: stehend v.l.: Reinhard „Fidi“ Peterseil, Rudolf Peterseil, Heinz Mühlbachler, Peter Loch; hockend: Alfred Grasserbauer, Franz Harrer. Foto: ASKÖ Schwertberg

Die Idee, Tennis vereinsmäßig zu betreiben, wurde nach den frühen Anfängen erst viele Jahre später – und zwar genau am 22.2.1976 – bei einer ASKÖ Vorstandssitzung von Johann Wögerer aufgegriffen. Am 30. März 1977 beschloss der Vorstand der ASKÖ Schwertberg, eine Sektion Tennis zu gründen. Zum ersten vorläufigen Sektionsleiter wurde Herbert Muschitz ernannt. Weiters wurde ein Komitee mit den Mitgliedern Johann Wögerer, Herbert Muschitz, Gerhard Aistleithner und Manfred Nirnberger gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war sogar eine Traglufthalle mit zwei beheizten Plätzen im Gespräch. Dieser Gedanke wurde jedoch später ohne Angabe von Gründen fallengelassen. Nachdem sich die Verhandlungen bezüglich Grundablösen schwierig gestalteten, wurden erst am 19. Oktober 1979 der Bau von vier Sandplätzen und einem kleinen Trainingsplatz mit einer Übungswand beschlossen, die bereits ab Sommer 1980 bespielbar waren. 40 Jahre jagt man nun schon der gelben (am Anfang noch weißen) Filzkugel nach. Die offizielle Eröffnung der Tennisanlage fand ein Jahr später am 18. Juni 1981 statt.

Urgestein zieht seit 35 Jahren die Fäden

Bis zum Jahr 1985 gab es mit Herbert Muschitz, Adalbert Walkner und Peter Loch drei verschiedene Sektionsleiter. Seit diesem Jahr, also seit unglaublichen 35 Jahren, tanzen alle Mitglieder nach der Pfeife von Rudolf Peterseil – welcher inzwischen der am längsten „dienende“ Funktionär der ASKÖ Schwertberg ist. Aktuell zählt der Verein 162 Mitglieder, davon 46 Jugendliche. Auf die Nachwuchsarbeit wird großer Wert gelegt. So findet normalerweise jeden Montag ein Jugendtraining mit durchschnittlich über 20 Kindern statt.

Langer Weg vom Schuppen zum Schmuckstück

Gestartet wurde vor 40 Jahren ohne eigene Duschmöglichkeiten (es wurden die Duschen und das WC der Sektion Fußball genutzt) und nur mit einem Holzschuppen für Geräte, ohne Möglichkeit, in einem eigenen Clublokal nach dem Sport über die Gründe von Siegen und Niederlagen zu diskutieren. In der Zwischenzeit entstanden natürlich eigene sanitäre Anlagen und nach mehrmaliger Erweiterung des ursprünglichen Holzschuppens ein annehmbares Clubheim. Das Gebäude hatte nach dem verheerenden Hochwasser im Jahre 2002 ausgedient und es entstand durch tatkräftige Mitarbeit der Mitglieder in zwei Bauetappen ein neuer „Ort der Begegnung“.

Sportliche Höhepunkte

Der Einstieg in den Meisterschaftsbetrieb erfolgte 1982 mit einer Herrenmannschaft, die sehr schnell bis in die Bezirksliga aufgestiegen ist und dort im Spitzenfeld mitmischte. Nach und nach kamen andere dazu, 1983 die Herren 2, 1984 die Damen, 1992 die U14-Jugend oder 1996 die Plus 35-Herren-Senioren. Der größte Erfolg bisher war der Aufstieg der Herren 1 in die Regionalklasse im Jahr 2007 wo man aber mit Pech ein Jahr später wieder absteigen musste. Im Vorjahr gab es Meistertitel für die U14, die Senioren +45 und das Hobbyteam zu feiern. Über die Jahre hat sich das Aussehen der Mannschaften verändert. Für die heurige Mannschaftsmeisterschaft sind drei Seniorenteams (Damen +35, Herren +45 und +55), eine Jugendmannschaft U14, und zwei Herrenmannschaften (Hobby+8 und Einsteigerliga) gemeldet.

Verein hat sogar Weltmeister in den eigenen Reihen

In all den Jahren wurden auch zahlreiche Turniere beschickt Herausragend dabei und besonders nennenswert ist der Gewinn der ASKÖ-Jugendlandesmeisterschaft U18 durch Dieter Haslauer im Jahre 1991. Dieter gelang auch ein beachtlicher internationaler Erfolg: Er wurde im Jahr 2000 in den USA Weltmeister der Exekutive im Tennisdoppel, sowie Dritter im Einzel. Der Polizist wurde vom Bürgermeister Kurt Gaßner und der Fangemeinde bei der Heimkehr am Marktplatz empfangen und frenetisch gefeiert.

Breitensport und diverse Aktivitäten

Neben dem Meisterschaftsbetrieb ist es dem Team um Rudolf Peterseil ganz wichtig, auch für den Breitensport und die Geselligkeit etwas zu bieten. So wird jede Saison mit einem Tag der offenen Tür gestartet und ein gratis Anfängertraining angeboten. Jeden Mittwoch treffen sich Damen ohne Meisterschaftsambitionen zum Doppelspiel und Tratschen im Clubhaus. Bei den Herren duellieren sich die selbsternannten „Experten“ jeden Sonntag am Vormittag auf der Anlage. Tage am Tennisplatz mit gemeinsamem Spiel und Grillen, Familienturniere, Wanderungen, die jährliche Weihnachtsfeier und vieles mehr fördern das Vereinsleben. Als Fixtermin für die Vereinsmeisterschaften haben sich die letzte Juli und die ersten beiden Augustwochen jedes Jahres durchgesetzt. In dieser Zeit herrscht Volksfeststimmung, vor allem am Finaltag. Für jede Spielstärke wird ein Bewerb organisiert. Zwei Namen haben bisher das Turniergeschehen in den Hauptbewerben geprägt: Andrea Spindlberger und Dieter Haslauer trugen sich neunzehn bzw. achtzehn Mal in die Einzelsiegerliste ein. Bleibt zu hoffen, dass sich die Lage bald entspannt, ein Stück weit der Alltag wieder einkehrt und auch im Sommer 2020 Vereinsmeister gekürt werden können.


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