Alpine Vereine fordern Änderung des Forstgesetzes, um Forststraßen für Biker zu öffnen
SPITAL AM PYHRN. Für eine freie Fahrt auf Forststraßen bei gleichzeitigem fairen Miteinander und dem Schutz des Waldes, setzen sich die Naturfreunde Österreich ein. Auf Initiative des Spitaler Bürgermeisters Ägidius Exenberger (SPÖ) wurde ein Antrag auf Bundesebene für eine Gesetzesänderung des Forstgesetzes gestellt.

Seit rund fünf Jahren setzt sich Ägidius Exenberger dafür ein, dass man mit dem Rad auf die Wurzeralm gelangt. „Wir haben bereits einen mehrheitlichen Beschluss der Bauern durchgebracht, dass auf ihren Gründen gefahren werden darf“, berichtet der Spitaler Bürgermeister. Doch es fehlt die Zustimmung des Grundeigentümers des unteren Abschnittes, in diesem Fall die Österreichischen Bundesforste. Diese würden dem Vorhaben grundsätzlich auch positiv gegenüberstehen, doch es bestehe ein Interessenskonflikt mit einem Jagdpächter, der gegen die Befahrung ist.
„Alte Pachtverträge sind das größte Hindernis“, weiß Markus Vogl, Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ): „Die Pächter verlangen von den Grundeigentümern eine Entschädigung dafür, dass die Radfahrer ihre Wege nutzen.“ Bis 2020 läuft der Pachtvertrag in Spital am Pyhrn, bis dahin sei laut Bundesforste nichts zu machen.
Gesetzesänderung beantragt
„Nun erfolgte ein Schulterschluss mit den Naturfreunden und dem Alpenverein. Es wird die Öffnung der Forststraße für Radfahrer gefordert“, berichtet Ägidius Exenberger vom neuen Versuch, mit dem Rad legal auf die Wurzeralm zu kommen. Ziel ist es, das Forstgesetz zu verändern. Dafür wurde bereits ein Antrag seitens der Naturfreunde eingereicht. „Wir hoffen, bis zum Herbst eine parlamentarische Klarheit zu schaffen“, sagt Nationalratsabgeordneter Markus Vogl.
„Die Forststraßen werden mit öffentlichen Mitteln gestützt, deshalb erwarten wir uns, dass wir auch darauf fahren dürfen“, so Exenberger: „Die Berge hier gehören genutzt.“ Der Geschäftsführer des Hotels Freunde der Natur in Spital am Pyhrn möchte damit das touristische Angebot erweitern. „Wir müssen den Gästen etwas anbieten, um nicht nur die Tagesgäste am Wochenende, sondern auch die Nächtigungsgäste unter der Woche zu erreichen.“
Lebensräume aufteilen
Herbert Sieghartsleitner, Bezirksjägermeister des Bezirkes Kirchdorf, der die Grundeigentümer, deren Vertreter sowie die Jäger unterstützt, meint: „Lebensräume, müssen sich auch in Zukunft aufteilen. Es kann nicht sein, dass eine Gruppe alles für sich beansprucht.“ Sieghartsleitner spricht sich dabei für eine neue Aufteilung und Überarbeitung in Abstimmung mit den Grundeigentümern aus, solange weiterhin Räume als Rückzug für Wildtiere erhalten bleiben. Eine generelle Öffnung der Forststraßen lehnt er ab, das „würde die Natur vollkommen verändern und das ist nicht mit dem Naturschutz vereinbar.“ Außerdem wäre dieser Schritt für ihn eine „Form der Enteignung der Grundbesitzer und würde bei den ohnehin schon verhärteten Fronten zu einer weiteren Verschlechterung des Verhältnisses führen.“ Es gebe bereits gute Kompromisse, dazu müssten nur alle gesprächsbereit sein.
Haftungsfrage klären
Auch der Obmann des OÖ Almvereins und Edlbacher Bürgermeister Johann Feßl (ÖVP) lehnt eine generelle Öffnung ab: „Es geht hier vor allem um den Schutz des Eigentums. Unterschiedliche Berechtigte üben auf den Forststraßen ihren Beruf aus. Ein Hauptgrund ist, dass viele Wanderer gefährdet werden, die auf Wanderwegen, die auch Forststraßen sind, unterwegs sind. Die Gefahren sind nicht abschätzbar und die Haftungsfrage ist ein Riesenproblem. Hier muss es ganz normale Regelungen auf privatrechtlicher Basis geben.“
Auch Ägidius Exenberger betont, dass er zwar für die Öffnung der Forststraßen sei, ein Radfahrer auf Wandersteigen jedoch nichts zu suchen habe: „Wir müssen schon auch den Wanderer schützen.“ Auch die Haftungsfrage gehöre geklärt, doch greife laut Exenberger hier das Straßenverkehrsgesetz: „Das Fahren auf halbe Sicht sollte Unfälle vermeiden.“


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