ST.GEORGEN/GUSEN. Die Pläne, nahe des ehemaligen KZ-Stollens „Bergkristall“ eine Wohnsiedlung zu errichten, stoßen auf massiven Widerstand. Dazu fand kürzlich eine gemeinsame Informations- und Diskussionsveranstaltung der Gemeinde und der Initiatoren der Petition gegen den geplanten Wohnbau im Johann-Gruber-Pfarrheim statt.
„Wollen wir uns Schaffung von neuem Wohnraum auf belastetem Gebiet wirklich antun“, fragte Werner Dedl, einer der Initiatoren der Petition das Publikum. Er kann sich eine Bebauung vor dem noch bestehenden Eingang der Stollenanlage ebensowenig vorstellen, wie die Mitglieder vom Gedenkkomitee Gusen. Bürgermeister Erich Wahl wies dezidiert darauf hin, dass es sich bei der geplanten Bebauung um kein Bauprojekt der Gemeinde handle und eine Rückwidmung Kosten in Millionenhöhe verursachen würde. Der von vielen Seiten erhobenen Forderung nach einer Bürgerbefragung steht Wahl offen gegenüber: „Es ist dies ein Ergebnis offener Prozess.“ Er werde erneut die Verantwortung von Bund und Land einfordern, so der Bürgermeister. 136 Wohnungen vor Gedenkplatz geplantGründe nächst dem ehemaligen Nazi-Stollen sind in Bauland umgewidmet. Dort sollen 136 Wohnungen entstehen. Das historische Areal solle nicht verbaut werden, argumentieren die Initiatoren der Online-Petition „Keine Wohnungen an den Pforten zur Hölle“. Die Grundstücke rund um die Stollenanlage waren in Privatbesitz einer Familie. Seit Jahrzehnten gibt es Bestrebungen für einen Gedenkplatz an dem noch bestehenden Eingang. Eine Fläche, die dafür infrage kommt, konnte von der Gemeinde angekauft werden. Im Gegenzug wurde eine weitere Fläche in Wohngebiet umgewidmet. Der Diskussionsabend zeugte von der Absicht aller Beteiligten nach einer sensiblen Herangehensweise an ein äußerst sensibles Thema und wird noch weiter für Gesprächsrunden sorgen.
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