Hauptplatzgestaltung sorgt für Unmut bei der Wirtschaft
St. Leonhard/Forst. Gestern luden etliche Wirtschaftstreibende am Hauptplatz zu einem Pressegespräch. Grund war die geplante Umgestaltung des Ortszentrums. Im Plan der Gemeinde ist ein Kreisverkehr eingezeichnet. Dieser kostet aber laut Firmenchefs zu viele Parkplätze und stösst daher den Geschäftsleuten sauer auf.

Nur per Zufall erfuhren die Wirtschaftstreibenden vom geplanten Kreisverkehr-Projekt am Hauptplatz. Daraufhin suchten sie sofort den Weg zu VP-Bürgermeister Hans-Jürgen Resel. Bei einem Treffen zeigte ihnen der Ortschef einen Entwurf zur Neugestaltung des Zentrums. Mit dabei war auch Ewald Beiglbeck, seines Zeichens ehemaliger Vizebürgermeister und Parteikollege von Bürgermeister Resel. Mit dem Gespräch waren die beteiligten Wirtschaftsleute rund um Andreas Hürner nicht zufrieden: „Wir bekamen keine Kopie und durften den Plan auch nicht abfotografieren.“ Der Entwurf, den sie zu Gesicht bekamen, verärgerte die Hauptplatz-Firmenchefs. „Es ist ein Kreisverkehr im westlichen Teil angedacht. Weiters werden auch ein eigener Busparkplatz und eine Begegnungszone in der Nebenstraße geplant.“ Durch diese Veränderung sehen die Firmeninhaber am Hauptplatz viele Parkplätze in Gefahr. „Und durch den großflächigen Platzbedarf für den Kreisverkehr fallen auch viele Grünflächen oder Flächen für Bäume weg“, so die Erzürnten unisono. Aktuell gäbe es laut einer Zählung von Hürner 79 Parkplätze rund um den Hauptplatz. „Wir müssen die Parkplatzanzahl erhalten. Denn es gibt 18 Betriebe am Hauptplatz mit rund 90 Beschäftigten. Der Bedarf an Parkflächen wird größer, da etliche Geschäftsflächen frei wären. Außerdem sollen im ehemaligen Gasthaus Gruber Wohnungen entstehen.“
„Es geht um Existenzen“
Anton Holzgruber senior meinte: „Wir sind nie informiert worden. Mit dieser Lösung sind wir die Leidtragenden.“ Denn ein Großteil der Parkplätze in der Mitte des Hauptplatzes würde nach den neuen Plänen wegfallen. Die Stellflächen in der Nähe der Bäckerei wären Geschichte. Andreas Hürner legte nach: „Wir setzen uns ja nicht hin, weil wir lustig sind und in der Vorweihnachtszeit nichts anderes zu tun haben. Aber es geht um etliche Existenzen!“ Geht es nach den Entwürfen des Verkehrsplaners, ist eine Art Begegnungszone in der Nebenstraße angedacht. Den Sinn dieser Zone versteht Elektronik-Händler und Post-Partner Wolfgang Bauer gar nicht: „Wozu brauchen wir eine Begegnungszone? Es ist keine Wohngegend sondern ein Wirtschaftsraum.“ Sein Nachsatz: „Mit Steuergeldern soll eine vernünftige, kostengünstige Lösung entstehen.“ Zumal erst vor wenigen Jahren die Nebenstraße erneuert wurde. Hürner brachte es abschließend auf den Punkt: „Wir wollen keine Protestaktion machen, sondern eine gemeinsame Lösung.“ Dem pflichtete auch Leopold Ramel bei und ergänzte: „Wir hätten mitreden wollen.“ Die Wirtschaftstreibenden laden nun am 16. Dezember um 19 Uhr ins Gasthaus Rappersberger zum Diskussionsabend – eingeladen wird dazu auch der Bürgermeister samt Verkehrsplaner.
Bürgermeister Resel: „Wir planen eine Komplettlösung“
Für den Ortschef ist eine Neugestaltung des Ortskerns seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Beim Tips-Gespräch meinte Hans Jürgen Resel: „Vor Jahren haben wir schon gesagt, dass eine Neugestaltung des Marktplatzes her muss. Durch die Fällung der Kastanienbäume hat sich die Lage geändert und wir planen nun eine Komplettlösung.“ Im Hinblick auf die Gestaltung verwies er auf die Ideen der Bürger. „Im Zuge der Bürgerbeteiligung sind 113 Ideen von der Bevölkerung gekommen. Diese Ideen sowie Unterlagen aus der Vergangenheit rund um den Hauptplatz haben wir dem Verkehrsplaner zur Verfügung gestellt.“ Laut Resel ist es das Ziel, eine sichere Verkehrsführung für alle Verkehrsteilnehmer zustande zu bringen, gepaart mit dem Charakter einer Allee. Demnach liegen die Wünsche der Bevölkerung vor allem in einer optimalen Lösung bei der Kreuzung bei der Bäckerei Holzgruber. Zum einen um die Kreuzungssituation zu ändern, auf der anderen Seite den Durchzugsverkehr Richtung Zelking zu entschärfen. Resel: „Die Meinung des Verkehrsplaners ist es, dort einen Kreisverkehr zu errichten. Das wäre seine optimale Lösung.“ Bezüglich der von Wolfgang Bauer kritisierten Begegnungszone in der Nebenstraße meinte Resel: „Der Plan sieht eine Einbahnführung mit gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern vor.“ Der Ortschef fasste im Nachsatz zusammen: „Es ist aber nichts fix. Denn bei dem Plan handelt es sich nur um einen Vorentwurf.“ Auch er lenkte ein: „Die vielfältige Interessen aller Beteiligten müssen wir unter einen Hut bringen. Denn wir nehmen die Anliegen sehr ernst.“


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