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Samareiner Familie versorgt Sportler mit selbstgemachtem Bio-Superfood "Datterl"

Laura Voggeneder, 13.05.2019 17:38

ST. MARIEN. Not macht erfinderisch: Im Fall von Johannes und Christian Platzl ist dabei die Dattel-Kraftrolle „Datterl„ entstanden. Tips hat die Tüftler in ihrem Elternhaus besucht, das Lager und Produktionsstandort zugleich ist.

  1 / 8   Johannes, Anna und Christian (v.l.) entwickeln Datterl mit Leidenschaft weiter. Foto: Tips/Voggeneder

Datterl sind 50 Gramm leichte Kraftpakete aus faschierten Datteln und je nach Sorte Gerstenmalz, gefriergetrocknetem Obst, Nüssen, Kakao, Zimt und vielem mehr. Alle Zutaten stammen aus biologischem Anbau, die Kraftrollen kommen ohne zugesetztem Zucker aus.

So hat alles angefangen

Seit 2016 tüfteln die Brüder Johannes und Christian Platzl aus St. Marien an dem perfekten Datterl. Anlass war, dass sich die Hobbysportler mit gesunder Ernährung beschäftigt haben und nach Alternativen zu Süßigkeiten mit raffiniertem Zucker gesucht haben. Ihnen war immer wichtig, dass das Produkt auch gut schmeckt und „man eine Freude dabei hat“, sagt Christian.

Den ersten offiziellen Auftritt als Datterl hatten die Brüder am Bio-Weihnachtsmarkt in Grein 2016. An dem Wochenende haben sie gleich 1.000 Stück verkauft – und gewusst, dass sie auf der richtigen Spur sind.

Der Zeitgeist passt

Datterl ist einfach passiert, erzählen die Brüder. „Der Zeitgeist passt: Nachhaltigkeit, Regionalität, gesunde Ernährung. Man merkt, dass das Produkt nie künstlich auf den Markt gedrängt wurde, sondern sich logisch entwickelt hat“, sagt Anna Stöbich, eine Freundin, die sich um den Vertrieb kümmert.

Projekt aus Leidenschaft

Alle Beteiligten machen Datterl nur nebenbei und haben einen Hauptberuf. Johannes arbeitet in der Film-Postproduction, Christian lehrt und forscht im Bereich Biologie an der Uni Salzburg, Anna ist Projektmanagerin und Unternehmensentwicklerin in Graz.

Da sie nie Unsummen an Geld in Datterl gesteckt haben und schon gar keine Schulden aufgenommen haben, sind sie vom wirtschaftlichen Erfolg nicht abhängig. Ein Datterl kostet einzeln rund 3,50 Euro. Je mehr man online bestellt, desto günstiger werden sie. „Der Preis ist alles andere als hoch angesetzt“, betont Christian. Datterl ist ein Premiumprodukt, betonen die Gesprächspartner.

Familienbetrieb

Alle Produktionsschritte werden von Familienmitgliedern gemacht. Die tatsächliche Produktion der Rollen hat Mutter Ulrike inne. Sie ist in Pension und steht im Schnitt zwei ganze Tage pro Woche dafür in der eigenen Küche und produziert rund 1.000 Stück pro Monat. Für die doppelte Stückzahl ist Potential vorhanden. Ein kürzlich angeschafftes großes Rührgerät erleichtert die Arbeit enorm.

Vater Karl hat die Präsentationsschachteln gebastelt, eine Tante klebt die Etiketten und ein Onkel hat eine „Roll-Maschine“ aus lebensmittelechtem Nirosta gebaut. So können die Datterl genau im richtigen Format ausgerollt werden. Selbst das Einschweißen in die Holzzellulose-Folie wird händisch gemacht.

Pläne für die Zukunft

„Das Kleben der Etiketten ist am ineffizientesten, das wollen wir bald ändern“, sagt Johannes. Er ist auch für das Produktdesign und die Homepage zuständig, Christian kennt sich im Bereich Lebensmitteltechnologie gut aus.

Die Brüder und Anna tüfteln an den Datterl weiter, wollen den Vertrieb optimieren und einen Onlineshop einrichten. Ihnen schwebt auch vor, künftig direkt mit den Produzenten der Rohstoffe in Kontakt zu treten. Derzeit beziehen sie die Rohstoffe über Zwischenhändler, etwa Nestelberger in Perg.

„Mir gefällt die Philosophie von Zotter“, sagt Johannes. Die Datterl-Gründer pflegen einen persönlichen Kontakt zu den Händlern, telefonieren regelmäßig. Ein solches Verhältnis wollen sie auch zu den Produzenten direkt aufbauen können, denn das Persönliche ist das, was Datterl ausmacht.

 

So kommt man an die Rollen

Einfach per Mail an team@datterl.com kann man die Rollen bestellen.

Genaue Infos zu den fünf Sorten gibt es unter www.datterl.com.

Familie Platzl ist regelmäßig auf Weihnachts- und Ostermärkten unterwegs.

Bei rund zehn Händlern gibt es Datterl zu kaufen, darunter Mutter Erde in Traun, Fairteiler in Neuhofen und seit Kurzem auch Sonnentor in Wien.


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