Terror erschwert Arbeit der Häuslbauer in Sri Lanka

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 17.09.2019 05:03 Uhr

ST. MARTIN. Nach den Terroranschlägen im Frühjahr dieses Jahres in Sri Lanka, scheint das beliebte Urlaubsland zwar wieder sicher zu sein, dennoch herrscht dort nach wie vor Ausnahmezustand. Margit Wengler merkt, dass auch ihre Arbeit aus „Häuslbauerin“ für die arme Bevölkerung erschwert wird. Ans Aufhören denkt sie aber nicht.

Margit und Dietmar Wengler aus St. Martin, die seit 2006 mit Hilfe von Spendengeldern Häuser für notleidende Familien im südlich gelegenen Dorf Unawatuna bauen, stehen laufend in Kontakt mit ihren Freunden in Sri Lanka. „Nihal ist mein Sprachrohr vor Ort, mindestens einmal pro Woche haben wir Kontakt“, sagt Margit Wengler und erzählt: „Die Gesamtsituation für die Menschen scheint schier aussichtlos zu sein. Vieles ist zusammengebrochen. Die Männer finden in dieser Ausnahmesituation keine Arbeit und bringen somit kein Geld nach Hause. Und wenn sie in irgendeiner Großstadt doch auf dem Bau arbeiten können, werden die Familien zerrissen.“

Drei neue Häuser sind geplant

Die Situation bestärkt das St. Martiner Ehepaar in ihrem Tun: Von 11. Jänner bis 20. März 2020 werden sie wieder in Sri Lanka sein und dort anpacken. Drei Häuser im Wert von jeweils rund 7.000 Euro haben sie sich fix vorgenommen, wobei eines bereits komplett von einem großzügigen Spender finanziert wurde. Dazu kommen ein Küchen- und Toilettenanbau für den Montessori-Kindergarten und weitere fünf Küchenanbauten, wo es bisher nur Buschküchen gibt. „Unsere Häuser sind kein Luxus, aber sie schützen die Familien vor dem Monsun, Sturm und Nässe. Jede Familie, die wir aus ihrer kargen Unterkunft retten können, ist ein Erfolg“, sagt Margit Wengler. Sie ist dankbar für die vielen Spenden, mit denen sie die Hilfsaktion weiterführen kann. Auch die Einnahmen aus dem Gewürz- und Kekseverkauf werden für diesen Zweck verwendet.

Keine staatliche Hilfe für Schulkinder

32 Häuser wurden auf diese Weise in den letzten 13 Jahren realisiert, ebenso wie das Großprojekt im heurigen Jahr – eine Armenschule am Tempelberg. Diese läuft sehr gut und wird von etwa 100 Schülern regelmäßig, sieben Tage in der Woche besucht. Aber auch diese Kinder gilt es zu unterstützen: „Der Staat hat den Schulgutschein komplett gestrichen. Eltern können sich mit ihrem Verdienst von nicht einmal 150 Euro keine Schulsachen leisten, das brauchen sie zum Leben. Deshalb übernehmen wir die Schulsachen für die Kinder“, berichtet Wengler. Rund 35 Euro kostet ein Schulpaket für einen Schüler.

Hilfe für Thiwanki

Ein Projekt liegt Margit Wengler ganz besonders am Herzen: Die kleine Thiwanki Dewmini wurde als siamesiches Zwillingsmädchen geboren. Kurz nach der Geburt wurden die beiden Mädchen getrennt, ihre Schwester hat den Eingriff nicht überlebt. Die 4-jährige Thiwanki ist ab der Hüfte bewegungsunfähig, sie braucht dringend eine Operation, um das Becken zu rekonstruieren, die deformierte Wirbelsäule gerade zu richten und das bewegungsunfähige Bein miteinzubeziehen. Der Münchner Orthopäde Martin Motzo hat die Patenschaft für das Mädchen übernommen und möchte sie gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Team, das er bereits zusammengestellt hat, operieren. Mit Spenden sollen die zusätzlich anfallenden Kosten gedeckt werden.

Margit Wengler ist mit Gewürzen aus Sri Lanka und hausgemachten Keksen (im Advent) am Auberger Hexenmarkt (13. Oktober, Unterkagererhof), am St. Martiner Marktplatz (30. November, nach der Adventkranzweihe) und bei den Weihnachtsmärkten in St. Martin (7. Dezember) und Hofkirchen (8. Dezember) zu finden. Spenden kann man auch über das Konto bei der Raiffeisenbank Region Neufelden, AT19 3430 0850 0022 0673, Kennwort: Hilfsprojekt Sri Lanka

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