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Geplante Grundstücksumwidmung in St. Martin stößt Bürgerinitiative sauer auf

Petra Hanner, 09.03.2018 14:15

ST. MARTIN. Gegen eine geplante Grundstücksumwidmung tritt eine Bürgerinitiative auf.

Foto: Weihbold
Foto: Weihbold

Konkret geht es um ein Areal in der Nähe des Lagerhauses in St. Martin, welches im Besitz des ÖVP-Vizebürgermeisters Karl Leitner ist. Die Fläche ist im Gespräch für die Schaffung eines neuen Mischbaugebietes. Die Bürgerinitiative, die durch Neos-Regionalkoordinator Martin Leibetseder vertreten wird, befürchtet unter anderem nicht nur eine weitere Zersiedelung, sondern auch hohe Erschließungskosten. Auch eventuelle Probleme für die benachbarte Landwirtschaft befürchtet die Initiative. Nicht zuletzt stößt es Leibetseder und seinen Mitstreitern sauer auf, dass das Grundstück dem ÖVP-Vizebürgermeister Karl Leitner gehört: „Die Optik ist fatal! Wenn der Antragsteller für eine derartige Fläche von ca. 25 bis 30 Baugründen gleichzeitig ÖVP-Vizebürgermeister, Mitglied des Gemeinderats und Gemeindevorstands und im Bauausschuss als Ersatzmitglied ist, dann wirft das doch einige berechtigte Fragen auf.“

Zu wenige Informationen

Außerdem seien Nachbarn, Bauern und Betriebe nur spärlich über das Projekt informiert worden, kritisiert Leibetseder. Gleichzeitig legt der Sprecher der Initiative großen Wert darauf, dass dessen Mitglieder nicht als Querulanten oder Verhinderer hingestellt werden: „Wir sind nur fest der Überzeugung, dass es durchaus geeignetere Grundstücke im Gemeindegebiet gibt, die als Wohngebiete geeignet wären. Hierzu sollte man einen transparenten Prozess starten, der es allen Grundstückseigentümern mit Verkaufsbereitschaft ermöglicht, ihre Absichten darzulegen“, heißt es etwa in einem Brief, der gestern an alle Gemeinderäte in St. Martin übermittelt wurde und den Tips vorliegt.

„Bisher nur Überlegungen“

ÖVP-Bürgermeister Wolfgang Schirz ist über die Vorgehensweise der „Bürgerinitiative“ mehr als verwundert: „Die Initiative schafft schon Tatsachen, wo noch keine sind. Bisher sind das alles nicht mehr als Überlegungen und das Projekt steht noch ganz am Anfang. Deshalb gibt es ganz einfach noch nicht so viele Informationen. Allersdorf kommt deshalb als neues Mischbaugebiet in Frage, weil wir in Zentrumsnähe ganz einfach keine adäquaten Grundstücke mehr haben, wir aber dort an die bereits bestehende Infrastruktur nahtlos anknüpfen könnten.“ Laut Bürgermeister sind es nicht mehr als eine Handvoll Personen, die Bedenken gegen das Projekt angemeldet hätten, und er habe bereits mit allen gesprochen. „Unter ihnen ist auch ein Landwirt, der sich wegen etwaiger Probleme mit Anrainern, zum Beispiel wegen der Geruchsbelästigung bei der Gülleausbringung, Sorgen macht. Aber das haben wir in ganz St. Martin, da könnte man nirgends Baugebiete widmen“, so Schirz.

Anrainer werden ins Boot geholt 

Die Gemeinde hat einen Notar damit beauftragt, ein Kaufangebot für das besagte Grundstück zu erstellen. Auch mit dem Land Oberösterreich sei man im engen Kontakt, da den Gemeindeverantwortlichen sehr wohl bewusst sei, dass man mit der möglichen Umwidmung des Grundstückes etwas Neues in Allersdorf anfangen würde. Sollte das Projekt realisiert werden, solle dies - wie bisher in der Gemeinde üblich - auch im engen Einvernehmen mit den Anrainern passieren.


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