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ST. MARTIN. Wie es einer Mutter und selbständigen Ergotherapeutin in diesen schwierigen Zeiten geht, hat Ulrike Leibetseder in einem Leserbrief niedergeschrieben.

Foto: K.Narloch-Liberra/Shutterstock.com
Foto: K.Narloch-Liberra/Shutterstock.com

Während die Pandemie und ihre wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen immer sichtbarer werden, bleiben so manche Folgen im Unsichtbaren, besser gesagt im Unerhörten. Nach Wochen des „Homeschooling“, „Homeoffice“ und „Homework“, im eigentlichen Sinn des Wortes der Hausarbeit, bleibt für viele Frauen die Last dieser Wochen auf deren Schultern liegen. Erstaunlich wenig wird darüber geklagt und berichtet. Langsam erweckt sich leider in mir der Eindruck, dass ein Teil der Regierung duldend und der andere Teil stillschweigend mit der Pandemie gleichzeitig auch den Weg zur Nostalgie beschreitet. Das Familienbild der 50er Jahre trifft es wohl am besten.

Nutzung der Kinderbetreuung erlaubt - aber nicht erwünscht

Mit dem Angebot an Kinderbetreuung verhielt es sich nämlich genau umgekehrt zu den falsch kommunizierten „Ausgangsbeschränkungen“. Besuche waren eigentlich eh nie verboten, sondern erlaubt. Der Besuch der Kinderbetreuung war dagegen immer erlaubt, aber nie wirklich erwünscht, quasi „Zugangs- statt Ausgangsbeschränkungen“. Wer es trotzdem wagte, dem war schnell klar – man ist ein Einzel- bzw. Sonderfall, gerade am Land. Wer will das schon sein? Also Augen zu und durch – die berufliche Selbständigkeit hinten angestellt, eisern die Großeltern außen vor gelassen, Kinder unterrichtet, Haushalt gemacht, Essen gekocht und keine Schwäche gezeigt. Zwickeltage an denen trotz zahlreicher Bekundungen nur acht von zehn Schulen offen haben – Pech gehabt, wenn gerade in deinem Ort die Volksschule offen, die Mittelschule zu hat und du zwei Kinder in der jeweiligen Schule hast – Zufälle gibt“s? Noch eine Zwickmühle am Zwickeltag mehr.

Eigener Beruf muss warten

Der eigene Beruf, selbständige Ergotherapeutin für Kinder, muss warten, die Warteliste wird indes länger, die Klienten müssen sich gedulden –jetzt ist eben „Corona-Zeit“. Da ist“s in Ordnung, wenn die eigenen Kinder von insgesamt gut 15 Schultagen pro Nase nur fünf gemeinsam zur Schule gehen. Um dem Bedarf an ergotherapeutischem Angebot auch nur irgendwie nachkommen zu können, arbeite ich übrigens ganz freiwillig am Pfingstmontag.

Die Luft ist draußen

So, nun stehen die Sommerferien unmittelbar bevor und die Luft ist bei vielen Müttern bereits draußen, der Urlaub verbraucht und kein echtes Betreuungsangebot für den Sommer in Sicht. Wird es auch nicht geben, wetten? Und wenn, dann zumindest nicht mit gutem Gewissen, soviel steht fest.

Verfasserin: Ulrike Leibetseder, St. Martin


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Christian
Christian
06.06.2020 10:53

Genderdebatte

Mit Verlaub, aber nicht allein die Mütter sind es, die diese Last zu tragen haben. Während meine Frau berufsbedingt jeden Tag das Haus verlässt, bin ich es der Seiten Wochen versuchen darf Kinder, Haushalt und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Gerade die Zeit der Hausaufgaben ist eine Besondere, da hier Kindergartenkind und Volksschulkind betreut werden wollen, sowie Videokonferenz abgehalten werden müssen. Es gibt viele Gründe die Ungleichbehandlung von Frauen anzuprangern und zu diskutieren. Die Coronakrise aber für eine Genderdebatte vereinnahmen zu wollen, finde ich jedoch falsch weil nicht den Lebensrealitäten entsprechend.