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ST. OSWALD/HASLACH. Nicht einmal zehn Quadratmeter groß ist es, das Pförtner- oder Hexenhäusl beim Pfarrhof in St. Oswald. Doch wenn es etwas erzählen könnte, dann vielleicht von verbotenen Liebschaften, getätigten Geschäften oder weitererzählten Geheimnissen. Und weil so viele Oswalder persönliche Erinnerungen damit verknüpfen, hat es sich eine Arbeitsgruppe nun zu Aufgabe gemacht, das Häuschen, das schon kurz vor dem Abriss stand, zu erhalten und zu renovieren.

Die Volksschüler halfen fleißig beim Abtragen loser Steine. Foto: VS St. Oswald
  1 / 3   Die Volksschüler halfen fleißig beim Abtragen loser Steine. Foto: VS St. Oswald

Heidemarie Silber, Oswald Radinger, Annemarie Springer, Franz Reiter und Franz Kraml haben sich um das Projekt angenommen. „Das Dach und lose Steine sind bereits abgetragen worden. Da haben uns die Volksschüler ganz fleißig geholfen. Jetzt wollen wir das Mauerwerk aus Ziegeln und teilweise Steinen wiederherstellen, einen Betonkranz und einen Dachstuhl im gleichen Stil samt Blecheindeckung machen“, erzählt Franz Kraml von der Arbeitsgruppe.

Viele Erinnerungen

Das Pförtnerhaus, erbaut ungefähr um 1900, war ursprünglich Abgabe- und Annahmestelle von Waren für das landwirtschaftliche Gut, das zum Pfarrhof gehörte. Seit die Landwirtschaft in den 60er-Jahren aufgegeben wurde, stand es leer und anfangs war der Zutritt noch verboten. „Mit jedem Pfarrer, den wir hatten, hat sich das ein bisschen gelockert. Natürlich hat sich nicht jeder an das Betretungsverbot gehalten und deshalb erzählen heute noch die Oswalder von manchmal verbotenen Erlebnissen in ihrer Kindheit und Jugend im sogenannten Hexenhäusl“, schmunzelt Kraml.

Grünes Klassenzimmer

Bis heute wurde und wird das Häuschen von der Bevölkerung rege genutzt. Die Volksschüler kommen an schönen Tagen oft in den Pfarrgarten und nutzen das Pförtnerhaus und das angrenzenden Buchenwäldchen als grünes Klassenzimmer und Ruheplatz, ebenso wie andere Oswalder auch. Als Spielfläche soll es deshalb künftig ebenso wieder dienen, wie als Unterstand für Wanderer. „Es soll ein Ruheplatz bleiben und dabei unterstützen uns die Oswalder sehr“, freut sich Franz Kraml.

Leader-Projekt

Finanziert werden die Projektkosten von etwas mehr als 5000 Euro zu 80 Prozent durch das Förderprogramm Leader sowie durch Spenden des Vereins Oswald Aktiv, der Pfarre und aus Erlösen von Pfarrcafés. Die Eröffnung ist für Herbst geplant.


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