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ST. PANTALEON-ERLA. Im kommenden Jahr steht die dringend notwendige und unumgängliche Sanierung der Donaubrücke Mauthausen an. Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner entschärft die Situation.

Landesrat Günther Steinkellner und Martin Wögerer, Abteilungsleiter der Abteilung BauB Foto: Land OÖ/Kraml

„Diese Brücke ist eine der bedeutendsten infrastrukturellen Lebensadern der Region und verbindet die beiden Wirtschaftsbundesländer Niederösterreich und Oberösterreich. Sie ist für unsere Wirtschaft und Industrie sowie unsere Pendler von besonderer Bedeutung“, so Steinkellner. Um dieses wichtige Nadelöhr bis zur Errichtung einer neuen Donaubrücke am Leben erhalten zu können, sei eine zwischenzeitige Sanierung erforderlich.

Entschärfung

Bislang stand die Befürchtung im Raum, diese wäre nur unter einer mehrmonatigen Totalsperre der Brücke möglich. „Nach den eingehenden Untersuchungen unserer Experten und den Planungen der Fachleute bin ich heute in der glücklichen Lage mitteilen zu können, dass wir 2018 ohne die befürchtete lange Totalsperre der Brücke auskommen werden“, so der Landesrat erfreut. Während der Sanierungsarbeiten werde es nur zeitlich begrenzt an den Wochenenden und an zwei Tagen pro Woche während der Nachtstunden zu Totalsperren kommen.

Bessere Ausgangssituation

„Natürlich wird auch eine halbseitige Sperre während der Bauarbeiten zu relevanten Verkehrsbelastungen führen, aber die Ausgangssituation ist nun glücklicherweise eine ganz eine andere. Die Bauphase im kommenden Jahr und etwaig mögliche Begleitmaßnahmen werden nun in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der beteiligten Landesbehörden, der Blaulichtorganisationen, der Wirtschaft und Verkehrsexperten vorbereitet“, zeigt sich Landesrat Steinkellner zuversichtlich.

Die Brücke

Die Donaubrücke Mauthausen im Zuge der B 123 Mauthausenerstraße wurde in den Jahren 1960 und 1961 errichtet. Die Brücke hat drei Flusspfeiler in der Donau, überspannt diese mit vier Feldern mit rund 80 Meter Stützweite und hat eine Länge von insgesamt 319,6 Meter. Von der Konstruktionsart her handle es sich um eine Stahlfachwerkbrücke mit Betonfahrbahnplatte. Zwischen den außenliegenden Fachwerksebenen liegen die beiden Fahrstreifen der B 123 mit Gesamtbreite von sechs Meter. Der Gehweg verläuft oberwasserseitig und ist außerhalb der Fachwerksebene situiert.

Ihre Schäden

Durch die massiven Einwirkungen auf Grund des Verkehrs (hoher Schwerlastanteil, hohe Verkehrszuwächse in den letzten Jahren) und durch die jahrzehntelangen Belastungen durch Streusalz, weist die mittlerweile 56 Jahre alte Stahl- und Betonkonstruktion massive Schäden auf. Ein Großteil dieser Schäden tritt bei den Anschlussbereichen der Querträgern an die Längsträger auf.

Ergebnisse liegen vor

In den letzten Wochen wurde die Donaubrücke umfangreichen Begutachtungen und Überprüfungen unterzogen. Nach dieser Brückenprüfung und den darauffolgenden umfangreichen Untersuchungen und statischen Nachrechnungen liegen nun die Ergebnisse für die unbedingt im kommenden Jahr erforderlichen Sanierungsmaßnahmen vor, die den erwarteten Sanierungsbedarf bestätigen.

Schadhafte Tragwerksbereiche

Bei den nun für den Sommer 2018 geplanten Instandsetzungsmaßnahmen handle es sich um punktuelle Sanierungen von extrem schadhaften Tragwerksbereichen mit dem Ziel, die derzeit noch gegebene Tragfähigkeit auf einen gewissen Zeitraum weiterhin zu gewährleisten und dadurch einer ansonsten notwendigen Gewichtsbeschränkung entgegenzuwirken. Die Sanierung von weniger schadhaften Bauteilen  (Betonfahrbahnplatte) könne aufgrund des Konzeptes der Aufrechterhaltung des Verkehrs nicht oder nur in sehr geringem Maße durchgeführt werden. Der Zustand dieser nicht sanierten Bauteile werde sich in den nächsten Jahren weiterhin verschlechtern.

Sanierung der Querträgeranschlüsse

In weiterer Folge wurde eine Sanierungsvariante, die keine mehrmonatige Totalsperre der Brücke erfordert, gesucht und entwickelt. Das nun vorliegende Konzept für die Instandsetzung der nicht unerheblichen Schadstellen an der Stahlkonstruktion (in erster Linie die stark korrodierten Anschlüsse der 48 Querträger an die Hauptträger) sieht eine Sanierung der Querträgeranschlüsse mittels zusätzlichen Knotenblechen vor. Diese Maßnahmen können von der Unterseite der Brücke (mit Hilfe eines Hängegerüstes) durchgeführt werden.

Ampelregelung

Dieses Hängegerüst (inklusive der Einhausung für die Strahl- und Betonabtragsarbeiten) wird jeweils in einem Feld der Donaubrücke (zwischen zwei Flusspfeilern beziehungsweise zwischen Flusspfeiler und Widerlager) montiert. Aufgrund des zusätzlichen Gewichtes des Hängegerüstes, muss der Verkehr auf der Brücke im Arbeitsbereich auf einen in Fahrbahnmitte verlaufenden Fahrstreifen reduziert werden. Dies werde durch Einengung der Fahrbahn auf einen Fahrstreifen verbunden mit einer einzurichtenden Ampelregelung realisiert.

Sperre

Des Weiteren sei es erforderlich, dass für gewisse Arbeiten wie Ausbau und Einbau der Fahrbahnübergänge, das Heben des Tragwerkes für die Korrektur der Lagerstellungen und den Korrosionsschutz der Lager, für das Auswechseln von nicht mehr wirksamen alten Schrauben und vor allem für gewisse Schweißarbeiten an hochbeanspruchten Stellen, das Tragwerk schwingungsfrei ist und daher zweitweise für den gesamten Verkehr gesperrt werden müsse.

 


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