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ST. PETER. Die Wogen in St. Peter schlagen immer noch hoch. Nachdem bereits in der Vergangenheit hitzig über den Standort und Bau eines neuen Dorfplatzes mit angeschlossenem Musikheim und Feuerwehrzeughaus im Ortskern diskutiert wurde, sorgt jetzt der mögliche Ausstieg der Feuerwehr Aching aus dem Projekt für neuen Zündstoff.

  1 / 2   So soll der neue Ortsplatz mit Feuerwehrzeughaus und Musikheim in St. Peter später einmal aussehen. Foto: Privat

Rund um das geplante neue Ortszentrum im Ortskern von St. Peter mit angeschlossenem Musikheim und neuem Feuerwehrzeughaus, das sowohl die Feuerwehr St. Peter als auch die Feuerwehr Aching künftig beheimaten sollte, gab es bereits in den letzten Monaten immer wieder hitzige Debatten. Besonders der gewählte Standort, direkt gegenüber des Gemeindeamts, war dabei Gegenstand der Diskussionen, Tips berichtete.

Feuerwehr Aching will aus Projekt aussteigen

In den letzten Wochen kam nun zusätzliche Brisanz hinzu, denn die Feuerwehr Aching, die sich vom Zuständigkeitsbereich auf die Gemeinden Braunau, St. Peter und Burgkirchen aufteilt, hat St. Peters Bürgermeister Robert Wimmer (ÖVP) in einem Schreiben mitgeteilt, dass sie ihren Teil der Eigenmittel, insgesamt rund 70.000 Euro, nun doch nicht aufbringen wolle und vom geplanten Projekt und dem Standort abrücke. Das Kommando hat damit seinen Beschluss von 2018 widerrufen. Grund des Anstoßes ist, wie aus dem Schreiben an den Bürgermeister hervorgeht, neben der „nicht feststehenden Bausumme“ sowie der Standortkritik auch eine notwendig gewordene Lärmschutzwand. Der Kommandant der Achinger Feuerwehr, Thomas Österbauer, wollte gegenüber Tips keine weitere Stellungnahme abgeben.

Bürgermeister will auch ohne Aching weitermachen

Wenig begeistert von der neuerlichen Entwicklung zeigt sich Bürgermeister Wimmer, der aber notfalls auch ohne die Feuerwehr Aching das Projekt, das insgesamt rund 2,1 Millionen Euro umfasst, weiter wie geplant umsetzen will: „In unserer Gemeinde hat der Kommandobeschluss der Feuerwehr Aching für Kopfschütteln gesorgt. Die Gemeinde verlangt jetzt ein schriftliches Bekenntnis zum Standort und die Zurücknahme des Beschlusses. Wie es schlussendlich ausgeht, steht in den Sternen. Unsere Tür steht aber jederzeit offen für Gespräche“, erklärt Wimmer. „Die Achinger müssen jetzt entscheiden, wie sie weitermachen wollen. Die Gemeinde hält am Standort fest und wird sobald als möglich mit dem Bau beginnen“, meint der ÖVP-Politiker. Ein Grund für das Festhalten am bisherigen Standort seien auch die bereits erfolgten umfangreichen Planungskosten und die damit verstrichene Zeit. 2017 wurde der Ankauf des Grundstücks mit einer Mehrheit über alle vier Fraktionen beschlossen. Wimmer betont zudem, dass ihm in Bezug auf den zehnprozentigen Eigenanteil, den die Feuerwehr Aching aufbringen müsste, von Seiten des Landes die Hände gebunden seien.

Bezirksfeuerwehrkommandant Kaiser will vermitteln

Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser hält sich in der Thematik eher neutral und will vor allem eine Vermittlerrolle zwischen den beiden Streit-Parteien einnehmen. „Wir wollen natürlich eine gute Lösung für alle Seiten finden. Die Situation ist aber extrem schwierig.“ Sollten die Achinger wirklich aus dem Projekt aussteigen, ist nun ein kleineres Zeughaus im Gespräch. Das letzte Wort scheint hier auf jeden Fall noch nicht gesprochen.


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