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ST. PETER IN DER AU/WOLFSBACH. Die beiden Autoren Herbert Pauli und Willi Hotes veröffentlichten mit „Zimmer 305“ einen Krimi, an dem sie abwechselnd schrieben

  1 / 2   Die beiden Autoren Herbert Pauli und Willi Hotes wechselten einander beim Schreiben ab. Foto: mott

ST. PETER IN DER AU/WOLFSBACH. Manche Autoren haben schon die ganze Geschichte im Kopf, wenn sie beginnen einen Roman zu schreiben. Andere lassen der Geschichte freien Lauf und haben die besten Ideen erst beim Schreiben. Diese Methode wandten Herbert Pauli und Willi Hotes an.

Pauli, der früher von sich behauptete, dass er nie einen Krimi schreiben würde, schrieb einen kurzen Romananfang, der noch offen ließ, was sich daraus wohl entwickeln würde. Diesen Anfang schickte er per Mail an Willi Hotes, der weiter schrieb und das dann an Pauli schickte. So wechselten sich die beiden Autoren beim Schreiben ab, bis schließlich „Zimmer 305“ fertig war.

Ausgang ungewiss

„Als wir zum Schreiben anfingen, wussten wir noch nicht, wie sich die Geschichte entwickeln würde. Wir wussten nicht einmal, ob es ein Liebesroman, ein Krimi oder ganz etwas anderes wird“, erklärt Pauli. „Wie wir dann schon 100 Seiten beisammen hatten, war es uns schon klar, dass es ein Krimi wird, nicht aber, wie er ausgehen würde“, ergänzt Willi Hotes. So gingen die Mails hin und her. Manchmal waren auch längere Schreibpausen dazwischen. Als die beiden dem Ende des Romans näher kamen, erhöhte sich die Frequenz. „Da war es dann so weit, dass wir uns zusammen setzen mussten, um zu überlegen, wie wir die Geschichte ausgehen lassen“, erzählt Pauli.

Erstaunlicherweise liest sich das Buch wie aus einem Guss. Weder ahnt man, dass hier zwei Autoren am Schreiben waren, noch dass das Entstehen einige Jahre gedauert hat. Es ist auch schwer zu sagen, welche Passage von welchem Autor ist. „Bei manchen Kapiteln wissen wir selber nicht, wer von uns beiden das geschrieben hat“, erklärt Hotes. Pauli: „Am ehesten wissen unsere Frauen, was von wem stammt. Die kennen uns halt am besten.“

Liebe zum Mostviertel

Was beide Autoren gemeinsam haben, das ist ihre große Liebe zum Mostviertel, die sich auch im Buch sehr deutlich zeigt.

Herbert Pauli hat es aus dem südöstlichen Niederösterreich nach St. Peter verschlagen und Willi Hotes gar aus Oldenburg in Norddeutschland nach Wolfsbach. „Dass ich nach Wolfsbach gezogen bin, war das Beste, das mir im Leben geschehen konnte“, schwärmt Hotes, der als Europa-Geschäftsführer eines japanischen Konzerns viel von der Welt gesehen hat und in Wolfsbach zum Mostfriesen wurde. Er war viel mit dem Flugzeug unterwegs und hat während des Fliegens immer schon Geschichten geschrieben, die er allerdings nie veröffentlicht hat. Jetzt ist er aber auf den Geschmack gekommen und plant weitere Romane zu schreiben. Pauli, der schon eine ganze Reihe von Büchern veröffentlicht hat und Mitglied im P.E.N.-Club ist, meint: „Ich schreibe ganz bestimmt keinen Roman mehr.“ Doch wir erinnern uns: Das ist der Herbert Pauli, der versichert hatte, dass er nie einen Krimi schreiben würde. Dass er es doch getan hat, ist ein Glücksfall, denn „Zimmer 305“ ist ein sehr lesenswertes Buch. Von der Geschichte sei hier nicht zu viel verraten, nur dass sie in zwei Zeitebenen spielt und von den Studentenprotesten in Berlin 1968 bis ins Mostviertel reicht. Und dass es einem schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen, denn jedes Kapitel zieht einen tiefer in das Geschehen hinein.


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