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BEZIRK SANKT PÖLTEN. Im Bezirk St. Pölten stehen Ende Februar infolge der extremen Witterung 8.309 Arbeitslose beim AMS in Vormerkung, das sind um 574 oder 7,4 Prozent mehr als im Jahr davor. So stieg die Arbeitslosigkeit beispielsweise in den Bauberufen um 153 auf 950 Personen, berichtet AMS-Leiter Thomas Pop. Bei den älteren Arbeitnehmern sei eine steigende Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, bei den Jugendlichen hingegen sinke sie.

Die Arbeitslosenquote beträgt im Bezirk Sankt Pölten-Land 10, 6 Prozent im Vergleich zu Niederösterreich mit 11,3 Prozent. Foto: Erwin Wodicka

Die Arbeitslosenquote beträgt im Bezirk Sankt Pölten-Land 10, 6 Prozent (Stichtag 31.1.2017) im Vergleich zu Niederösterreich mit 11,3 Prozent. „Im Februar waren Männer (5.201, +403, + 8,4%) wesentlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen (3.108, +171+5,8%) – dies ist auf die saisonbedingte Arbeitslosigkeit auf Grund der kalten Jahreszeit zurück zu führen“, so Pop. In Summe ergeben sich damit 9.719 Jobsuchende, die entweder arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungsmaßnahmen des AMS sind.

„Sorgenkind“ ältere Arbeitnehmer

Als „Sorgenkind“ bezeichnet Thomas Pop alle jene arbeitslosen Personen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben. „Der Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess gestaltet sich trotz finanzieller Unterstützung in Form von Lohnzuschüssen schwierig. Das Wissen und der „Erfahrungsschatz“ geht den Unternehmen verloren, dieses Wissen ist auch nicht archivierbar, es kann nicht einfach abgespeichert werden“, berichtet der St. Pöltner AMS-Chef. Oftmals vorgebrachte Vorurteile wie etwa längere Krankenstände oder zu hohe Lohnkosten würden nicht zutreffen.

Service für Unternehmen

„Die Mitarbeiter des Service für Unternehmen beraten hinsichtlich Beschäftigung älterer Personen gerne über die Fördermöglichkeiten. Der Stellenmarkt hat sich trotz der Witterung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres relativ gut entwickelt – den Bewerbern stehen 926 offene Stellen zur Verfügung (+144 od. 18,4%)“, erklärt Pop.

Besonders schwierige Arbeitsmarktlage

Für gesundheitlich beeinträchtigte Personen (2.397, Frauen 964 und Männer 1.433) und für Personen mit keiner oder geringer Qualifizierung (3.535, Frauen: 1.323, Männer: 2.212) bleibe die Arbeitsmarktlage „nach wie vor besonders schwierig“. „Durch die Digitalisierung werden immer mehr Arbeitsplätze wegrationalisiert, obwohl wieder neue geschaffen werden die wir bisher noch gar nicht kennen. Für jene Personen, die diesen „Umstieg“ von geringqualifizierten zu qualifizierten Arbeitsplätzen nicht rechtzeitig beginnen, wird die Arbeitswelt keine adäquate Beschäftigung mehr bieten können. Das heißt im Umkehrschluss berufliche Neuorientierung und Qualifizierung werden zu den Modewörtern im beruflichen Kontext“, so Thomas Pop abschließend.


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