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Landeskriminalamt NÖ deckt vier Einbruchsserien mit 170 Delikten auf - 13 Beschuldigte festgenommen

Thomas Lettner, 17.11.2016 12:05

NÖ. Bedienstete der Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamts Niederösterreich haben nach monatelangen Ermittlungen vier verschiedene Amtshandlungen mit 170 Delikten und einer Schadenssumme von mehr als 670.000 Euro aufgeklärt. 13 Beschuldigte wurden festgenommen.

  1 / 4   v.l.: Landespolizeidirektor Franz Prucher, Bezirksinspektor Gerald Fischer und Johann Götz, leitender Beamter beim Landeskriminalamt NÖ Foto: Thomas Lettner

Der erste Fall betrifft einen 34-jährigen Rumänen, der von November 2015 bis Mai 2016 in OÖ, NÖ und Wien insgesamt 109 Straftaten mit einer Gesamtschadenssumme von rund 220.000 Euro (111.000 Euro Diebesgut, 107.000 Euro Sachschaden) verursachte. Der Einzeltäter verübte seit November 2015 Serieneinbrüche in den Bezirken Neunkirchen und Wr. Neustadt, bei denen er sogar Gewalt gegen die Opfer ausübte, wenn er erwischt wurde. Im Februar 2016 verübte er weitere Einbrüche in Wohnhäuser und Geschäfte im Bezirk Gänserndorf, bei denen er zwei Mal Pfefferspray gegen die Opfer einsetzte. Nachdem ein EU-Haftbefehl gegen den Rumänen ausgestellt wurde, wurde er im Juni von Beamten am Grenzübergang Ungarn-Rumänien gefasst, festgenommen und im Juli den österreichischen Behörden übergeben.

Tarnung als englischer Journalist

Der zweite Fall betrifft einen 48-jährigen ungarischen Staatsbürger, der 39 Einbruchsdiebstähle in NÖ, dem Burgenland und der Steiermark verübte und dabei seit Jahresbeginn eine Schadenssumme von rund 300.000 Euro (Beute 190.000 Euro, Sachschaden 104.000 Euro) verursachte. Der Einzeltäter brach hauptsächlich in Golfclubs ein, wobei er sich als englischer Journalist ausgab, um die Golfplätze auszukundschaften. Der Täter sprach deshalb fließend Englisch, weil er schon als Kind mit seinem Vater nach England ausgewandert war. Dort wurde er aber straffällig, saß im Gefängnis und wurde 2015 nach Ungarn abgeschoben.

Junge Tätergruppe

Drei Rumänen (zwei 22-Jährige und ein 29-Jähriger) haben von März bis August 2016 in NÖ, OÖ und Tirol acht vollendete und drei versuchte Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser verübt. Der Gesamtschaden beträgt mehr als 84.500 Euro (61.280 Euro Beute, 23.235 Euro Sachschaden).

Täter lebten von Beute und Ausnützung des Sozialsystems

Einer achtköpfigen Tätergruppe, die ebenfalls aus Rumänien stammt, konnten neun Straftaten mit einem Diebesgut von 63.000 Euro und einem Sachschaden von mehr als 6000 Euro nachgewiesen werden. Die Straftaten wurden im Zeitraum Juli 2015 und April 2016 begangen. Insgesamt bestand die Gruppe aus 14 Tätern, die keiner Beschäftigung nachgingen und zum Großteil von der Beute aus den Einbruchsdiebstählen sowie von der Ausnützung des österreichischen Sozialsystems lebten. Durch gefälschte Lohnbestätigungen schlossen sie Leasingverträge für hochwertige Fahrzeuge ab, zu denen weder Leasingraten noch Versicherungsbeiträge bezahlt worden sein sollen. Der 41-jährige Hauptbeschuldigte schmuggelte außerdem vergangenes Jahr etwa zehn Kilogramm Marihuana aus Tschechien nach Österreich.


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