„Kinder sind, um sich optimal entwickeln zu können, auf unseren besonderen Schutz und unsere Hilfe angewiesen. Besonders wenn sie Opfer von Gewalt werden, müssen sich Kinder auf Hilfe von außen verlassen können“, formuliert Landesrat Karl Wilfing ein gesellscahftspolitisches Anliegen. In Spitälern mit Kinder- und Jugendabteilungen sind daher in Österreich auch die per Gesetz vorgeschriebenen Kinderschutzgruppen eingerichtet. St. Pölten ist hier mit einem multiprofessionellem Team bereits seit den 1990er-Jahren gewissermaßen Vorreiter. Einer derartigen Kindergruppe ist die Funktion einer Schnittstellenfunktion zwischen medizinischem Personal, Sozialarbeit, Kinder- und Jugendhilfe und anderen Institutionen zugedacht. „Die Daten der Kinderschutzarbeit zeigen, dass Kinder aus allen sozialen Schichten, beider Geschlechts und jeden Alters betroffen sein können. Die Aufdeckung von Gewalt an Kindern und die Einleitung von adäquaten Schutzmaßnahmen sind komplexe Aufgaben der Kinderschutzgruppe. Primäres Ziel ist dabei die Sicherung des Kindeswohles und keine Be- oder Verurteilung, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am Universitätsklinikum St. Pölten. Zu den Aufgaben der Kinderschutzgruppe gehört es etwa, herauszufinden, warum eine optimale Versorgung seitens der Erziehungsberechtigten nicht gewährleistet werden kann. Es wird durch lösungsorientiertes Vorgehen versucht, die Ressourcen der Familie zu stärken, und zu unterstützen bzw. bei Bedarf Hilfe von außen zu organisieren. Anhand der Aufzeichnungen der Kinderschutzgruppe ist eine deutliche Steigerung der Kinderschutzfälle in den vergangenen Jahren erkennbar. Ausgehend von 2008 steigen die Kinderschutzfälle stetig an, was die Notwendigkeit der Existenz von Kinderschutzgruppen deutlich vor Augen führe, heißt es seitens des Landes NÖ. Seit 2008 gebe es im Schnitt rund 15 bis 20 Fälle pro Jahr.
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