Stolz marschieren sie im niederösterreichischen Regierungsviertel auf - dem Zentrum der regionalen Macht sozusagen, die Musiker der Blasmusik Dunkelsteiner und eine Abordnung der Gemeinde Bergern im Dunkelsteinerwald. Man schreibt den 28. April und die digitale Uhr zeigt am imitierten analogen Ziffernblatt zehn vor vier Uhr an. Nachmittag. Es ist wolkig in St. Pölten und könnte ein wenig wärmer sein. Ein Telefon läutet. Hektisches Kramen in der Handtasche. „Du, i kaunn jetzt net, wir stöhn dem Pröll grad an Baam auf“, hört der Anrufer - wahrscheinlich mit vielen Nebengeräuschen - die nicht ganz uneitle Ansage. Und schon war das Handy wieder im Tascherl verschwunden. Gut, der Baum stand ja schon, denn bei dem heute herrschenden Wind wäre das Aufstellen ein gefährliches Unterfangen gewesen. Aber so genau muss man ja nicht sein. Er steht also. Wie immer am Eingang zum Landhausboulevard, wo ein paar Meter östlich die Traisen dahinrauscht. Die Uhr am nicht so fernen St. Pöltner Dom schlägt vier. Die Musi spielt, der Landeshauptmann spricht. Lobt und dankt. Anher geht´s ans große Feiern. Beamte, Feuerwehrleute, Politiker, St. Pöltner, Nicht-St. Pöltner alles mischt sich zu einem kleinen Umtrunk. Nach einiger Zeit löst sich das Geschehen wieder auf, die Spuren des Ereignisses werden entfernt und alles ist wieder wie vorher. Nein. Nicht ganz. Denn der 25 Meter hohe Maibaum zwischen HYPO NÖ Bank und dem Regierungsviertel mit einer Huldigungs-Tafel samt dazupassenden Text „Ein dreifaches Hoch unserem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll - Gewidmet von der Gemeinde Bergern im Dunkelsteinerwald“ bleibt weithin sichtbar vor Ort.
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