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ST. PÖLTEN. Der 25. November bildet als Tag der Gewalt gegen Frauen jedes Jahr den Auftakt zu einer Kampagne gegen Gewalt an Frauen, die am 10. Dezember mit dem Tag der Menschenrechte endet. 

v.l.: Elisabeth Cinatl (Sprecherin der Frauenberatungsstellen NÖ), Landesrätin Barbara Schwarz, Generalmajor Franz Popp (Landespolizeidirektor-Stellvertreter) Foto: Thomas Lettner

„Gewalt an Frauen passiert meistens immer noch im eigenen Umfeld in den eigenen vier Wänden, wobei die Frauen meistens vom eigenen Partner bedroht werden“, sagte Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP). Statistisch gesehen mache jede fünfte Frau ab dem 15. Lebensjahr Erfahrungen mit Gewalt oder Anwendung von Gewalt. Vergangenes Jahr fanden über 2100 Beratungsgespräche in Gewaltschutzzentren in NÖ statt, 84 Prozent der Klientinnen waren weiblich, davon 24 Prozent Frauen mit Migrationshintergrund.

Die Hauptgründe für Gewalt an Frauen sind laut Schwarz unsichere Lebensbedingungen und eine Erziehung, in der die männlichen Täter selbst Opfer von Gewalt wurden. „Der Ausstieg aus der Gewalt ist für Frauen schwierig, weil sie alleine sind und weil sie sich schämen und Angst haben. Wegschauen ist aber die schlechteste Variante“, meinte Schwarz.

Neuer Info-Folder für betroffene Frauen

In Niederösterreich gibt es zehn Frauenberatungsstellen, sechs Frauenhäuser, vier Gewaltschutzzentren sowie das NÖ Frauentelefon des Hilfswerks. Als neue Maßnahme kommt nun ein neuer Folder hinzu, der Hilfe bei Gewalt an Frauen anbietet, flächendeckend in allen Einrichtungen aufliegt und auch als Download auf www.noe.gv.at/frauen in elf verschiedenen Sprachen erhältlich ist.

Der Folder enthält wertvolle Tipps bei Gewalt und Kontaktdaten für Anlaufstellen. „Wir wollen betroffenen Frauen signalisieren, dass sie nicht alleine sind. Außerdem ist die Broschüre ein Ratgeber für Menschen, die Gewalt bemerken und helfen wollen“, so Schwarz.

Polizei wird bei Gewalt aktiv

„Gewalt in der Privatsphäre ist ein Kernthema der Polizei. Gemeinsam mit den Gewaltschutzzentren und Beratungsstellen sensibilisieren wir unsere Kollegen in der Grundausbildung in Seminarform zum Thema Gewalt in der Privatsphäre und Gewalt an Frauen, um sie fit für das Einschreiten im Außendienst zu machen. Wir haben auch 98 speziell ausgebildete Experten, die sich mit dem Thema Gewalt in der Privatsphäre beschäftigen“, berichtete Landespolizeidirektor-Stellvertreter Franz Popp.

2015 musste die Polizei in Niederösterreich 1348 Wegweisungen und Betretungsverbote und gleichzeitig in 118 Fällen in Kindergärten, Schulen und Kindereinrichtungen ein derartiges Verbot aussprechen.

Frauen stärken mit Mentoring Programmen und Role-Models

Neben dem beliebten Regionalen Mentoring Programm, das auch 2017 wieder mit interessanten Seminaren aufwartet, gibt es seit diesem Herbst neu ein Politik Mentoring des Landes NÖ: Zielgruppe sind Frauen, die sich politisch engagieren und von den Erfahrungen erfolgreicher Politiker für den eigenen Weg in eine politische Funktion lernen wollen. Das Programm besteht aus vier Bausteinen: Mentorschaften mit erfolgreichen Persönlichkeiten, „Mentoring-Lounge“, Seminare und Erfahrungs- und Informationsaustausch. Das Programm hat im September 2016 begonnen und läuft bis November 2017. Außerdem wird die Veranstaltungs-Kooperation mit dem Magazin „Welt der Frau“ fortgesetzt: Die Veranstaltungsreihe „Beherzt engagiert“ holt Frauen, die in ihren engagierten Tätigkeiten Vorbilder für andere sind, auf die Bühne und liefert Impulse für alle Frauen.


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