Fastenaktion der Diözese St. Pölten unterstützt die Diözese Same in Tansania
ST. PÖLTEN. In der Region Kilimandscharo im Norden der ostafrikanischen Republik Tansania liegt die römisch-katholische Diözese Same. Der Klimawandel und damit verbundene lange und unberechenbare Trockenphasen zwingen die Bauern in den großteils gebirgigen Gebieten zu Überweidung und Abholzung, wodurch Umweltzerstörung, Trockenheit und Naturkatastrophen immer mehr zunehmen.

Die Diözese Same ist 10.800 Quadratkilometer groß, reicht von den Pare-Bergen über Sumpfland bis zu den trockenen Maasai-Ebenen und hat rund 700.000 Einwohner. „Früher hatten wir zwei Mal im Jahr eine Regenzeit. Mit dem Klimawandel kommt der Regen jetzt in unregelmäßigen Abständen. Voriges Jahr hatten wir acht Monate lang gar keinen Regen. Die Bauern wissen nicht, wann sie pflanzen sollen“, erzählt Father Deo Mngumi, der in der Diözese für die Finanzen und die internationalen Projektkontakte zuständig ist.
Umwelt wird zerstört
Aufgrund von Ernteausfällen und massenhaftem Tiersterben dehnen die Bauern ihre Aktivitäten auf höhere Gebiete aus. Infolgedessen kommt es zu Überweidung und Abholzung, wodurch die Temperaturen weiter ansteigen. In den Regenzeiten kommt es einerseits zu Überflutungen und Murenabgängen, andererseits versiegen Quellen und Flüsse. „Die Bäume werden abgeholzt, damit die Bauern Felder anlegen und Holzkohle verkaufen können. Sie zerstören ihre Umwelt aus Unwissenheit und weil sie die Ressourcen brauchen“, sagt Mngumi.
Aufklärung der Bevölkerung
Um aus dem Teufelskreis auszubrechen, hat die Diözese gemeinsam mit der Bevölkerung vor zwei Jahren einen Fünfjahresplan zum Schutz der Umwelt und zur nachhaltigen Nutzung der Ressourcen festgelegt. Das Programm soll auch helfen, den Lebensstandard zu verbessern und die Abwanderung in die Städte aufzuhalten. „Wir leisten viel Informations- und Bildungsarbeit und bieten den Menschen Alternativen zur Abholzung an“, erklärt Mngumi.
Mehrfachnutzung von Wasser
Innerhalb von fünf Jahren sollen in der Diözese 500.000 Bäume gepflanzt werden, darunter Obstbäume zur Ernährung und schnellwachsende Bäume für die Holzkohle-Gewinnung. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Errichtung von 120 Bienenstöcken, der dritte auf der Einführung von Küchengärten. Diese sollen der Bevölkerung in der sehr trockenen Region zeigen, wie Wasser mehrfach verwendet werden kann beispielsweise indem man Wasser, das vorher zum Waschen benutzt worden ist, zum Wässern von Gärten verwendet.
Diözesen arbeiten zusammen
Geplant ist, dass sich 80 Prozent der Bevölkerung beim Wiederaufbauprogramm beteiligen. Unterstützung erhält die Diözese Same von der Fastenaktion der Diözese St. Pölten. Beide Diözesen haben in den vergangenen Jahren mehrere Projekte gemeinsam finanziert wie die Renovierung einer Gesundheitsstation, eine mobile Klinik, die Wasserversorgung für die Diözese inklusive einiger Schulen und eines ganzen Stadtteils sowie ein Katechistenausbildungsprogramm. Im Zuge des Fünfjahresplans sind auch sechs Baumschulen und Schulungen in Wassermanagement und Wiederaufforstung geplant. Für die Kosten will die Fastenaktion aufkommen.


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