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ST. PÖLTEN. Wenn aus dem Ehepartner oder dem Elternteil ein Pflegefall wird: Viele Menschen kennen dieses Szenario. Ein großes Thema ist dabei auch die Demenz. NÖ-weit betrifft Demenz bereits 22.000 Leute. Daher gibt es seit dieser Woche ein neues Demenz-Service des Landes, um einerseits beratend zur Seite zu stehen, andererseits um Angehörigen Hilfestellungen zukommen zu lassen. Denn eines ist ganz klar: Diese Krankheit ist nach wie vor ein Tabuthema in der Gesellschaft.

Demenz betrifft in Niederösterreich bereits 22.000 Personen. Symbolfoto: Wodicka
Demenz betrifft in Niederösterreich bereits 22.000 Personen. Symbolfoto: Wodicka

Seit dem 4. Oktober gibt es das neue „Demenz-Service NÖ“ als Drehscheibe für die Demenzversorgung beim NÖGUS (NÖ Gesundheits- und Sozialfonds). Unter der Hotline 0800/700300 oder online unter www.demenzservicenoe.at gibt es unkomplizierte Hilfe für pflegende Angehörige. Außerdem legte der NÖGUS eine Broschüre mit allen wesentlichen Infos rund um das Thema Demenz auf.

Landesrat Schleritzko: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen“

„Mit dem Demenz-Service NÖ bündeln wir alle Kräfte in Niederösterreich unter einem Dach. Unser Ziel ist es, Betroffene bestmöglich dabei zu helfen, lange selbstständig und aktiv zu bleiben und Angehörige zu unterstützen, damit sie durch die große Belastung in dieser schweren Lebenszeit nicht selbst erkranken“, so NÖGUS-Vorsitzender und Landesrat Ludwig Schleritzko. Sein Nachsatz: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“

22.000 Erkrankte in NÖ, Tendenz stark steigend

Derzeit gibt es in Niederösterreich 22.000 Demenzerkrankte. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl auf Grund der steigenden Lebenserwartung und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft verdoppeln. Die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken, nimmt ab einem Lebensalter von 65 Jahren stark zu. Laut Statistiken wird im Jahr 2050 rund ein Drittel der Niederösterreicher über 65 Jahre alt sein, also rund 560.000 Menschen.

Caritas als Partner

Ein wichtiger Partner im Demenz-Service NÖ ist die 'Kompetenzstelle Demenz' der Caritas St. Pölten, die über zehn Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet hat. „Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz bringt große Herausforderungen für die Zukunft. Die Caritas der Diözese St. Pölten hat das früh erkannt und sich als die Kompetenzstelle in Niederösterreich bewährt. Wir werden unsere Erfahrungen gerne einbringen, um gemeinsam die Demenzversorgung für die Zukunft zu gestalten“, erklärt Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger.

Lea Hofer-Wecer hat elf Jahre lang die Kompetenzstelle in der Caritas der Diözese aufgebaut und geleitet. „Wir wollen Menschen ermutigen, sich frühzeitig Hilfe zu holen sowie ein größeres Verständnis für die Krankheit in der breiten Öffentlichkeitn schaffen.“

1.Demenz-Tag in St. Pölten

Am 13. Oktober findet im Veranstaltungszentrum St. Pölten der 1. NÖ-Demenz-Tag statt. Bei freiem Eintritt erwartet die Besucher eine Gesundheitsstraße, Vorträge und Workshops sowie ein Rahmenprogramm mit Kabarett und Theater zum Thema Demenz.

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