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ST. PÖLTEN. In der Turnhalle der Dr. Theodor Körner-Schule St. Pölten fand vor kurzem das Finale der Radball-Staatsmeisterschaften statt. Die Gebrüder Michael und Manuel Schlachtner vom Arbö-Askö semket St. Pölten verwiesen dabei das Team aus Sulz/Dornbirn (Vorarlberg) sowie die zweite und dritte Mannschaft aus dem Heimverein auf die hinteren Plätze. Bei den Playoff-Spielen am 21. Oktober in Vorarlberg geht es für die beiden nun um den Aufstieg in die erste Liga.

Foto: Thomas Lettner
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Tips:Seit wann spielt ihr Radball?

Michael: Ich habe mit sieben angefangen. Der Manuel war damals sechs, wir haben also zeitgleich angefangen. Jetzt bin ich 31 und er ist 30 geworden. Somit kann man sich ausrechnen, wie lange wir schon spielen.

Tips: Wo trainiert ihr?

Michael: Wir trainieren in der Körnerhalle in der Sporthauptschule jeweils mittwochs und freitags von sechs bis neun.

Tips:Was sind bis jetzt eure größten Erfolge?

Michael: Unser mit Abstand größter Erfolg ist der Aufstieg in die erste Liga vor vier Jahren. Leider war ich gröber verletzt und musste ein ganzes Jahr pausieren. So konnte ich nur zwei Runden spielen. Jetzt haben wir gerade zum sechsten Mal insgesamt den Meistertitel in der zweiten Liga fixiert. Der Meister steigt aber nicht direkt auf, sondern muss ein Playoff spielen gegen die letzten zwei aus der ersten Liga. Erst dann können wir den Aufstieg fixieren.

Tips:Welche Chancen rechnet ihr euch in Vorarlberg aus?

Manuel: Es kommt darauf an, wie wir trainieren. Ich habe verletzungsbedingt vier Monate nicht trainiert und bin noch immer an der Hand verletzt. Wenn das in nächster Zeit besser wird und wir trainieren können, so wie wir wollen – ich als Tormann, Michael als Feldspieler – dann können wir den Aufstieg schaffen. Wir spielen heuer nicht schlecht, es kommt aber auf die Tagesverfassung an. Wir sind jedes Jahr knapp am Aufstieg dran, sie haben also schon Angst in Vorarlberg.

Tips:Wie seid ihr zum Radball gekommen?

Manuel: Unser Opa hat Radball in die Familie Schlachtner gebracht. Unser Vater war auch aktiv. Wir sind immer bei jedem Turnier mitgereist.

Michael: Wir sind aber nie dazu gezwungen worden. Wir haben viel Sport gemacht als Kinder. Schlussendlich sind wir aber immer wieder zum Radball zurückgekommen.

Tips:Was macht für euch den Reiz des Radballs aus?

Michael: Bei uns gibt es einen leiwanden Spruch, den ich immer sehr gerne wiederhole: „Fußball spielt jeder, Radball nur die Besten“. Der Satz ist wirklich aus dem Leben gegriffen, weil es wirklich so ist. Man kann nicht einfach auf das Fahrrad steigen und Radball spielen. Mit dem Fuß auf einen Ball draufhauen kann man aber schnell einmal. Radball muss man beherrschen und mit Leidenschaft spielen. Man braucht Kondition, Kraft, Talent sowie hartes Training und Ausdauer. Radball ist zwar leider kein Breitensport und sehr unpopulär, für mich wäre aber nie eine andere Sportart infrage gekommen.

Tips:Was ist an Radball herausfordernd?

Michael: Viele Kinder geben viel zu schnell auf, weil sie aufs Fahrrad steigen und Radball spielen wollen. Das geht aber nicht. Wir beide haben Jahre gebraucht, bis dass wir das Spiel beherrscht haben, bis wir im Stehen schießen und freihändig im Tor den Ball fangen konnten.

Manuel: Man braucht ein Jahr, bis man auf dem Fahrrad stehen und den Ball bewegen kann. Beim Fußballtraining haut man auf den Ball, schießt ein Tor und hat somit gleich einmal ein Erfolgserlebnis. Bis dass man beim Radball ein Tor erzielen kann – das hängt jetzt natürlich vom Talent, der Motivation, der Ausdauer und wie früh man anfängt an – braucht es ungefähr ein Jahr.

Tips:Wie engagiert ihr euch in der Nachwuchsarbeit?

Michael: In zwei Wochen werde ich neuer Obmann des Vereins, weil mein Opa aufhört. Das heißt, ich bin sowieso im Vorstand des Vereins tätig. Da wir gleiche Trainingszeiten haben wie die Kinder, ist die Nachwuchsarbeit für uns schwierig. Das Training mit den Kindern übernimmt derzeit noch der Papa. Wir schauen aber schon – weil wir ja in derselben Halle sind wie die Kinder – dass wir uns um die Nachwuchsspieler kümmern. Wir können unsere Erfahrung als Elitespieler an die Kleinen weitergeben.

Tips:Leben kann man vom Radball wahrscheinlich nicht?

Manuel: Wollen wir gar nicht. Wir haben so einen Spaß am Sport. Wenn ich davon leben wollte, hätte ich mir mit zehn Jahren als Fußballer eine Akademie gesucht. Das Talent hätte ich gehabt und vielleicht hätte ich davon leben können. Wir spielen aber Radball aus Leidenschaft. So lange ich kann, werde ich den Sport ausüben.


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