Tänzer Felix Röper holte bei Special Olympics die Silbermedaille
WILHELMSBURG/ST. PÖLTEN. Der Wilhelmsburger Felix Röper, der im Februar mit einer Partnerin als erstes Tanzpärchen mit Trisomie 23 bei der Eröffnung des Wiener Opernballs teilgenommen hat, sorgte im Juni bei den Special Olympics in Vöcklabruck (Oberösterreich) abermals für Aufsehen. Im Solotanz holte er sich mit einer starken Leistung die Silbermedaille.

Röper wurde von dem international renommierten Choreografen Renato Zanella für die Special Olympics vorbereitet. Zanella, der die Eröffnungschoreografie für den Opernball entwirft, war von 2001 bis 2005 künstlerischer Leiter der Ballettschule der Wiener Staatsoper und später als Direktor des griechischen Nationalballetts und des Nationalballetts der Bukarester Staatsoper tätig. Seit heuer unterrichtet er am Europaballett St. Pölten.
Ein harter Arbeiter
Anfang der 90er Jahre begann Zanella Tänzer mit Trisomie 21 zu trainieren. Felix Röper lernte er bei einem Charity Event kurz vor dem Opernball kennen. „Die Schwierigkeit bei den Special Olympics war, dass die Choreografie eine Minute und zwanzig Sekunden lang sein musste. Felix ist sehr athletisch, hat sehr starke Arme und ist auch am Boden technisch sehr versiert. Außerdem ist er sehr ehrgeizig und ein harter Arbeiter“, weiß der Italiener um die Stärken seines Schützlings Bescheid.
Tanzfestival in Moskau
Bis vor kurzem hat Röper in der von Zanella mitunterstützten „Ich bin O.K.“ Dance Company in Wien trainiert. Seit Mai nimmt er den weitaus kürzeren Weg ins Europaballett St. Pölten auf sich. Röpers Erfolg kommt nicht von ungefähr. „Ich trainiere jeden Tag und mache Hantel- und Tanztraining“, sagt der 23-Jährige Opernfan, der ein Liebhaber von Mozart, Verdi und Puccini ist. Sein bei den Special Olympics gezeigtes Solo tanzte Röper auch beim Internationalen Ballettmeeting, das vergangenen Sonntag im Theater des Balletts über die Bühne ging. Ab September bereitet er sich auf das Ende Oktober stattfindende Inklusions-Tanzfestival in Moskau vor, bei dem er gemeinsam mit einer nichtbehinderten Tänzerin des Europaballetts ein Pas de deux (Duett) tanzen wird.
Choreo Center Special
Derzeit in der Gründungsphase befindet sich das „Choreo Center Europe“, das von Renato Zanella und dem Ballettkonservatorium des Europaballetts ins Leben gerufen wurde. Zu der Tanzworkshop-Reihe zählt auch das „Choreo Center Special“ für behinderte und nichtbehinderte Menschen. Das Inklusionsprojekt ist auch für Tänzer geeignet, die aufgrund einer Verletzung oder einer Krankheit ihre körperliche Unversehrtheit verloren haben. Laut Philipp Preiß, dem Marketingleiter des Europaballetts, braucht es aber noch die Zusage der Politik, um das Choreo Center Europe umzusetzen.


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