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'Wir werden über den Winter Feste feiern nachdem wir 2015 feste arbeiteten'

Leserartikel Werner Pelz, 11.11.2015 11:21

ST. PÖLTEN. „2015 war ein extrem erfolgreiches Jahr war für die NÖVOG“, frohlockt Verkehrslandesrat Karl Wilfing eben in einer Pressekonferenz im Industrieviertelsaal im NÖ-Landhaus. Die Landesbahn betreibt ein Streckennetz von 230 Kilometer in Niederösterreich und ist damit die größte Privatbahn Österreichs.

NÖVOG-Geschäftsführer Gerhard Stindl und Verkehrslandesrat Karl Wilfing im Industrieviertelsaal im Landesregierungsgebäude. Foto: Pelz

Der Erfolg sei unter anderem der Tatsache geschuldet, dass mit der Mariazellerbahn erstmals eine Landesbahn Teil einer Landesausstellung gewesen sei. „Das ist Herausforderung und Chance für uns gewesen“, so der Landespolitiker. Insgesamt rechne man auf der Mariazellerbahn bis 610.000 Fahrgästen. Das seien um 110.000 Fahrgästen bzw. 22 Prozent mehr als im verwichenen Jahr. Daher sei auch ein verdichteter Fahrplan auf der Bergstrecke zu bewältigen gewesen, gleichzeitig aber vollsten Service für die Fahrgäste zu gewährleisten. Man habe feste gearbeitet und könne nun Feste feiern.

Jetzt sollte der Schwung aus der Landesausstellung mitgenommen werden.  40 Mio Euro an Gesamtumsatz sei zu verzeichnen, wobei man eine regionale Wertschöpfung von 30 Mio Euro und 220 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region verzeichnen könne.  Der Tourismus profitiert in Form eines Nächtigungsplus von 15% Nächtigungsplus im Vergleich zu 2014. Mitterbach freut sich sogar über einen 35-prozentigen Zuwachs. Das Interesse für das Mostviertel wurde dadurch so richtig geweckt.

„Auf dieser Grundlage müssen wir aufbauen, damit die Ausstellung nachhaltig wird“, so Wilfing. Auch die Schneebergbahn sei derzeit ein besonderes Highlight, da sie etwa zu einem der neun Schätze Österreichs gekürt wurde.

Fahrgastzahlen

2015 sei somit ein Rekordjahr und das erfolgreichstes Jahr seit Bestehen für die NÖVOG gewesen. Das bedeute bei fast allen Landesbahn-Strecken ein Anstieg der Fahrgäste um 18 Prozent, das sind 132.000 Fahrgäste mehr, insgesamt 865.000 Fahrgästen bei NÖVOG-Bahnen.

Mariazellerbahn: 22 % Steigerung

Reblausexpress: 12 Prozent mehr an Fahrgästen

Citybahn Waidhofen: 11 Prozent mehr

Wachaubahn: 4,5 Prozent

Waldviertelbahn konnte den Stand mit 23.000 Fahrgästen halten.

Alle Bergbahnen verzeichnen um 18 Prozent mehr, gerade die Schneebergbahn trage eine Steigerung von 18 Prozent am Gesamtkuchen bei.

Gemeindealpe Mitterbach: 21 Prozent Steigerung

Investitionen

Zwei Mio Euro werden in die Energietechnik investiert und 14 Mio Euro in die Sicherheitstechnik. 4,8 Mio Euro in Infrastruktur. Auf der Bergstrecke der MAriazellerbahn müssten Wartungsarbeiten durchgeführt werden, sie bleibe bis 26. November gesperrt. Derzeit habe die NÖVOG das modernste technische Steuerungssystem aller Landesbahnen in Österreich, erklärt NÖVOG-GEschäftsführer Stindl. Die Summe der Investitionen bleaufen sich in der Energietechnik auf etwa für 2 Mio Euro, in die Sicherungstechnik auf 14 Mio Euro, die Infrastruktur 4,7 Mio Euro und 5 Mio ins Zugleitsystem.

NÖ-Card-Inhaber nutzen NÖVOG-Bahnen

Bestens angenommen werden die Dienste der NÖVOG in Verbindung mit der NÖ-CArd. Das heiße, dass 135.000 NÖ-Card-Inhaber die NÖVOG Bahnen nutzten, „das entspricht in etwa der Anzahl der verkauften NÖCards“, so Stindl. „Anders ausgedrückt, fast jeder NÖ-Card-Inhaber fährt einmal mit einer NÖVOG-Bahn“.

„Personal ist Schlüssel zum Erfolg“

Dank ergeht seitens der Geschäftsführung auch an das Personal: „Das ist der Schlüssel zum Erfolg“, so der NÖVOG-Geschäftsführer. „Das unterscheidet uns auch von anderen Zugbetreibern“. Man habe fast überall Schaffner in den Zügen, womit ein direkter Kontakt mit den Kunden möglich sei.

Fundierte Ausbildung

Man setze seitens der NÖVOG viel in die Ausbildung. Über 60 Schaffner und Schaffnerinnen sowie Lokführer wurden ausgebildet, ebenso Fahrdienstleiter, Lehrausbilder für Lokführer. Aber auch Peers – Laienpsychologen – zur Betreuung Betroffener und deren Bewältigung von Unfallereignissen.

Nicht immer sei es leicht, das entsprechende Personal zu finden, da auch Nachtarbeit erforderlich ist, das sei nicht immer attraktiv. Die Auswahl der Mitarbeiter müsse daher professionellst erfolgen. „Wir wollen, dass der Kunde ein Gast ist und kein Störfall“, dementsprechend positiv müsse auch das Selbstverständnis der Mitarbeiter sein.

Sicherungstechnik

Man investiere im kommenden Jahr wieder massiv in Sicherungstechnik, nämlich 14 Mio Euro. Kein anderes privates Schienenverkehrsunternehmen in Österreich habe im letzten Jahr so viele Kreuzungen wie die NÖVOG saniert. 11 Eisenbahnkreuzungen wurden im Vorjahr, heuer 15 Eisenbahnkreuzungen gesichert. Auch 2016 erfolgen weitere voraussichtlich etwa 20 Sicherungsmaßnahmen. 200.000 Euro Kosten seien für eine Eisenbahnanlage in der Regel zu veranschlagen, abhängig von der Art der technischen Sicherung. Gleisverbesserungsanlagen seien permanent geplant. Bereits 98 Prozent der Sanierungen an der Mariazellerbahn seien in den letzten Jahren erfolgt.

Kundeninfosystem

Auch das Info-System für die Kunden auf den NÖVOG-Strecken seien modernst ausgebaut. Etwa werden in den Haltestellen wartende Kunden bei Verspätungen sofort informiert, dabei seien Lautsprecher und Displays im Einsatz.


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