Raumplanungs-Symposium: „Demokratie in der Planung“
SANKT PÖLTEN. Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung in der Orts- und Regionalentwicklung stehen im Zentrum des 5. ORTE-Raumplanungssymposiums.

Partizipation ist in Österreich kein Liebkind von Politik und Planung. Den Entscheidungsträgern wird oft vorgehalten, sie würden den Bürgerwillen nicht ernst nehmen und ohnehin nur das tun, was sie für richtig hielten. Der breiten Bevölkerung wiederum wird gern nachgesagt, sie habe weder Ahnung noch Interesse – und wenn sich jemand engagiere, dann aus rein egoistischen Motiven.
Abgehobene Planung
Nur wenige Gemeinden und Regionen sind bemüht, die Bürgerinnen und Bürger in ihre Entscheidungen so miteinzubeziehen, dass von ernstgemeinter Intention, professioneller Partizipation und einem transparenten demokratischen Prozess die Rede sein kann. Dies führt vielfach zu einer abgehobenen, sich verselbständigenden Planung und lässt den Großteil der Bevölkerung ahnungslos, teilnahmslos und oft auch frustriert außen vor. Dabei ist eine zukunftstaugliche Entwicklung des Siedlungsraums nur dann möglich, wenn sie von der Mehrheit der Menschen verstanden, gewollt und mit unterstützt wird. Baukultur kann kein politischer Alleingang, keine planerische Einzelaktion sein – sie ist eine gesellschaftliche Leistung.
Produktive Partizipation
Das 5. ORTE-Raumplanungssymposium zeigt, was die Hürden aber auch die Erfolgsfaktoren für eine produktive Partizipation sind, wie gelungene Bürgerbeteiligung die Qualität und Nachhaltigkeit von Projekten erhöhen kann, und welche Best Practices aus dem In- und Ausland Vorbild für eine demokratischere Planung sein sollten. Für Konzept und Moderation zeichnet Reinhard Seiß verantwortlich.
Infos zum Programm
13.00 Uhr
Was heißt Demokratie?
Einführung
HEIDRUN SCHLÖGL, Geschäftsführerin von ORTE Ein Blick über die Grenzen
Planungskultur, Transparenz und Partizipation anderswo
REINHARD SEISS, Raumplaner und Fachpublizist Politik und Verwaltung als Dienstleister der Bürger
Was bedeuten Planung und Bürgerbeteiligung in einer modernen Demokratie?
GERT HAGER, Oberbürgermeister von Pforzheim/Baden-Württemberg Dem Souverän verpflichtet
Zum Selbstverständnis der öffentlichen Hand in der Schweiz
HEIDI BERGER BURGER, Professorin am Institut f. Raumentwicklung,
Hochschule Rapperswil/St. Gallen
14.45 Uhr Kaffeepause
15.15 Uhr Partizipation als demokratisches Recht
Das Vorarlberger Modell des Bürgerrats
MANFRED HELLRIGL, Leiter des Büros für Zukunftsfragen, Land
Vorarlberg Festhalten oder loslassen?
Rollenmuster und ihre Veränderung in Beteiligungsprozessen MICHAEL ZINNER, Assistenz-Professor an der Kunstuniversität Linz Am gleichen Strang ziehen
Von der Überwindung gegenseitiger Skepsis
FRANZ FASCHINGLEITNER, Bürgermeister von Reinsberg,
HANNES WOLMERSDORF, Bürger von Reinsberg Diskussion mit dem Publikum
17.45 Uhr Ausklang der Veranstaltung
Termin:
Donnerstag, 19. November 2015, 13:00 Uhr
Vortragssaal der NÖ Landesbibliothek, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten
Der Eintritt zum Symposium ist frei. Anmeldung erbeten unter office@orte-noe.at


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