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Leserartikel Werner Pelz, 03.02.2016 19:05

St. PÖLTEN/NÖ. Flüchtlinge nicht zur Untätigkeit zu zwingen sondern ihnen raschen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, fordert der neue Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Thomas Salzer. Tatsache sei, „dass nachhaltige Integration in einer Gesellschaft vorwiegend in der Arbeit stattfindet“, erachtet Salzer.

Präsidenten von Interessensvertretungen: Thomas Salzer von Industriellenvereinung NÖ (l.) und Markus Wieser von der Arbeiterkammer NÖ. Foto: Pelz

Daher müsse überlegt werden, so Salzer, in welcher Form ein rascher Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht werden könne, vor allem wenn sprachliche Barrieren oder unzureichende Qualifikation den Zugang erschweren. Zumindest in einer derartigen Übergangsphase sollten auch „Barrieren aus der Kollektivvertrags-Situation überdacht werden“, was jedoch „nicht zu einer Dauerlösung“ verkommen solle.

Wieser: “Soziale Sicherheit nicht gefährden“ 

Völlig kontrovers reagiert Arbeiterkammerpräsident Markus Wieser: „Es sollen scheinbar massenhaft heimische Arbeitskräfte über Lohndumping durch Asylwerber ersetzt werden“. Wenn jetzt die Beschäftigten befürchten müssten, durch Asylwerber, die für Billiglöhne arbeiten sollen, ersetzt zu werden, dann würde davon niemand profitieren, heißt es seitens der Arbeitnehmervertreter. Wieser sehe durch die Umsetzung von Salzers Vorschlag die „soziale Sicherheit“ gefährdet. Außerdem entgingen dem Staat dadurch Einnahmen. Es habe den Anschein, als ob es der Industriellenvereinigung nur um noch billigere Arbeitskräfte geht anstatt um die Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen. „Kollektivverträge regeln das Mindesteinkommen, gelten für Menschen aller Herkunft und dürfen nicht unterwandert werden“, meint Wieser scharf.

Salzer: „Auf Dauer nicht auf Staatskosten“

Dies lässt Salzer nicht auf sich beruhen und kontert Wieser: „Uns allen muss klar sein, dass es auf Dauer nicht gehen kann, dass hunderttausende Arbeitslose und Flüchtlinge auf Staatskosten leben“ und widerspricht dem Arbeiterkammerchef, wonach die IV nur dem Wunsch nach billigen Arbeitskräften nachgehen würde. „Der soziale Friede hat für die Industrie, die in Niederösterreich rund 158.000 Menschen beschäftigt, oberste Priorität. Und auch das konstruktive Gesprächsklima mit der Arbeiterkammer ist uns ein wichtiges Anliegen – um Beschäftigung in Niederösterreich zu schaffen, müssen wir schließlich an einem Strang ziehen“, sagt Salzer.

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