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SANKT PÖLTEN. Die neue Initiative „Frauen stärken“ soll gezielt politisch interessierte Frauen in Niederösterreich ansprechen. Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März machten Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz, der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Helmut Mödlhammer, und Elisabeth Cinatl, Sprecherin der Frauenberatungsstellen NÖ darauf aufmerksam.
 

Bei der Pressekonferenz für die neue Initiative „Frauen stärken“ (v.l.n.r.): Helmut Mödlhammer (Präsident des Österreichischen Gemeindebundes), Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz und Elisabeth Cinatl (Sprecherin der NÖ Frauenberatungsstellen) Foto: NLK Pfeiffer

„Wir begehen heuer den Equal Pay Day am 10. März. Das heißt, bei gleichwertiger Arbeit bekommen Frauen im Vergleich zu Männern aufgerechnet erst ab dem 10. März Gehalt ausbezahlt. Damit ergibt sich ein Unterschied von insgesamt 47 Arbeitstagen. In Niederösterreich beziehen Frauen im Bundesländervergleich zwar das zweithöchste mittlere Bruttojahreseinkommen mit 21.379 Euro, trotzdem klafft die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern bei Vollzeitbeschäftigung um 18% auseinander“, so Landesrätin Schwarz im Rahmen einer Pressekonferenz.

Aufholbedarf

Auch bei der Verwirklichung von Chancengleichheit in Führungspositionen und einer gleichberechtigten Teilhabe in politischen Entscheidungsprozessen bestehe noch immer viel Aufholbedarf. „Das Land Niederösterreich wird hier gezielt Maßnahmen setzen, um Frauen in diesen Bereichen noch weiter zu stärken. Frauen sollen aktiv mitgestalten, sich einbringen und ihre Stimme erheben. Ich möchte Frauen motivieren auch politische Ämter verstärkt wahrzunehmen und sich Führung zuzutrauen“, erklärt Landesrätin Schwarz.

57 Bürgermeisterinnen

Niederösterreich ist laut Schwarz mit 57 Bürgermeisterinnen von insgesamt 573 Gemeinden, das sind immerhin 10 % (österreichweit liegt der Schnitt bei 6,7%), mit der Beteiligung von Frauen zwar an erster Stelle, Frauen stellen aber mehr als die Hälfte der Bevölkerung und das sollte sich auch in der politischen Vertretung widerspiegeln.

„Frauen stärken“ ab Herbst 2016

Die Initiative „Frauen stärken“ soll im Herbst mit einer Seminar- und Veranstaltungsreihe sowie einem Mentoring-Programm starten. Ziel ist es Schwarz zufolge, Frauen in ihrem politischen Engagement und in ihrer persönlichen Weiterentwicklung zu fördern. Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer hält diese Maßnahme für notwendig und richtig: „Es ist für den politischen Nachwuchs unschätzbar wertvoll, wenn erfahrene Politikerinnen ihr Wissen mit Newcomerinnen teilen. Davon profitieren beide Seiten. Wir werden uns seitens des Gemeindebundes nach einem Jahr anschauen, ob das ein erfolgsversprechender Ansatz ist, eine Evaluierung vornehmen und das Programm eventuell auf ganz Österreich ausweiten.“

„Wendezeiten“

Auch die NÖ Frauen-Veranstaltungsreihe „Wendezeiten“ wird ab Herbst wieder durch Niederösterreich touren und den Fokus auf Frauen in Führungspositionen sowie in öffentlichen und politischen Funktionen richten. Dabei werden Frauen aus den Regionen vor den Vorhang geholt, die Verantwortung übernehmen, die politisch interessiert sind, die sich beruflich erfolgreich organisiert haben, die in ihren Bereichen Pionierinnen sind und die sich für andere engagieren.

„Lebende Role-Models“

„Diese Frauen sind lebende Role-Models, die anderen Mut machen können, ihren Weg zu gehen und als Frauen Chancen zu nützen sowie auch Lebenskrisen zu bewältigen. Die NÖ Frauenberatungsstellen bieten auch in diesem Bereich Beratung, Information und Unterstützung an“, so Elisabeth Cinatl, Sprecherin der Frauenberatungsstellen in Niederösterreich.


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