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Der NÖAAB verwies im Zuge einer heutigen Pressekonferenz auf die aktuelle Lage in der Arbeitswelt. Laut NÖAAB-Landesobmann Wolfgang Sobotka und Landesgeschäftsführerin Sandra Kern sei der Wunsch nach Arbeitszeitflexibilsierung in der Arbeitnehmerschaft sehr groß.

Wolfgang Sobotka und Sandra Kern Foto: NÖAAB
Wolfgang Sobotka und Sandra Kern Foto: NÖAAB

Die Entwicklungen in der letzten Zeit bringen große Herausforderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt. „Trotz eines Höchststandes an Beschäftigten haben wir auch einen Höchststand an Arbeitslosen. Und ein Blick auf die Arbeitswelt zeigt: Digitalisierung und Automatisierung finden bereits statt. Wir versuchen aber weiterhin unsere Arbeit mit den Regeln und Gesetzen der Vergangenheit zu beschränken. Wir brauchen eine politische Debatte über Bürokratieabbau und Individualisierung der Arbeitszeit. Wir wollen den Betriebsrat und die Betriebsvereinbarungen in Zukunft stärken. Durch eine Öffnungsklausel im Arbeitszeitgesetz sollen individuellere Lösungen auf Betriebsebene im Einvernehmen mit den Mitarbeitern getroffen werden“, betont Wolfgang Sobotka. Eine Arbeitsgruppe des NÖAAB hat sich in jüngster Zeit mit dem Thema Individualisierung der Arbeitszeit auseinandergesetzt. Der Wunsch nach Bürokratieabbau und stärkerer Individualisierung der Arbeitszeit kommt immer öfter von Arbeitnehmerseite. „Dabei ist selbstverständlich klar, dass es nicht um eine Ausbeutung der Arbeitnehmer gehen darf. Aber mit einer Portion Eigenverantwortung können Arbeitnehmer gemeinsam mit Betriebsrat und zwei Drittel der Belegschaft für den Betriebsalltag eigene Regeln definieren“, so Sobotka. Ein Fokus einer Reform soll auch auf den Arbeitsinspektoraten liegen. „Diese sollen sich weiterentwickeln zu einer Servicestelle, die – ähnlich dem Arbeitsmarktservice heute – Partner von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sein soll“, betont Sobotka.  Als gesellschaftspolitische Herausforderung definiert der NÖAAB Zusammenleben und Integration der Asylberechtigten in Österreich. „Die Bevölkerung fühlt sich verunsichert – durchaus zurecht! Als Politiker dürfen wir nicht tatenlos zusehen, sondern müssen proaktiv einfordern, unsere Werte und Regeln zu akzeptieren. Die Wertekurse des Integrationsministeriums sind erster wichtiger Schritt. Es braucht aber auch mehr zivilgesellschaftliches Engagement. Mit der Initiative „Gemeinsam Sicher“ des BMI wird auch dazu ein wichtiger Schritt gesetzt. Von Seiten des NÖAAB wollen wir Betriebsräte und Personalvertreter für den Umgang mit anderen Kulturen und Religionen sensibilisieren“, so Sandra Kern. Anlässlich aktueller Debatten um die Reform der Mindestsicherung bekräftigt Sobotka die Notwendigkeit der Reform nach niederösterreichischem Modell. Gleichzeitig sei es auch angebracht über eine Mindestaufenthaltsdauer in Österreich – ähnlich dem dänischen Modell – für den vollen Bezug der Mindestsicherung zu diskutieren.  


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