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Wirtschaft wehrt sich gegen Ölheizungs-Verbot

Leserartikel Philipp Hebenstreit, 14.12.2016 13:26

ST. PÖLTEN. Keine Freude mit dem geplanten Verbot von Ölheizungen in Niederösterreich hat die Sparte Energiehandel der Wirtschaftskammer NÖ.

Symbolfoto: Wodicka
Symbolfoto: Wodicka

Strikt gegen Pläne für ein Verbot von Ölheizungen wendet sich Engelbert Aigner, der Obmann des NÖ Energiehandels. „Mir geht es immer um einen ausgewogenen Mix im Energiebereich. Ich habe überhaupt nichts gegen Strom, Pellets oder Kohle, ich wehre mich aber dagegen, wenn ein Produkt wie Heizöl so verteufelt wird und andere Energieträger wie beispielsweise Gas in der Diskussion überhaupt nicht berücksichtigt werden“, so Aigner. Aktuell beabsichtigt die NÖ Landesregierung die Bauordnung dahingehend zu ändern, dass „flüssige fossile und feste fossile Brennstoffe für Zentralheizungen im Neubau ab 2019“  nicht mehr zum Einsatz kommen dürfen. Argumentiert wird das mit den CO2-Emissionen bei der Verbrennung. „Emissionen von anderen Treibhausgasen sowie gesundheitsgefährdende Feinstaub- und NOx-Emissionen bleiben jedoch unberücksichtigt. Hier schneidet Heizöl ausgezeichnet und sehr viel besser als etwa Holz und Fernwärme ab“, merkt Aigner kritisch an.

Preisanstieg droht

Angesprochen soll auch der soziale Aspekt werden. Durch ein vielfältiges Angebot von Energieträgern, bleiben die Heizkosten für den einzelnen Haushalt erschwinglich. Ein Verbot des wichtigen Energieträgers Öl, würde zu einem dramatischen Preisanstieg anderer Energieträger führen. Für Konsumenten würde das Heizen damit deutlich teurer werden. Gerade in den Randlage-Gebieten gibt es oftmals keine sinnvolle Alternative zur Ölheizung. „Heizöl ist bei Vollkostenrechnung noch immer der effizienteste und günstigste Energieträger. Weder Wärmepumpen noch Biomasse könnten hier mithalten. Es gibt hier keinen anderen Energieträger, der so effizient einzusetzen ist“, betont Aigner.

 Umweltfreundlichere Lösungen werden nicht berücksichtigt

Überdies vermisst der Obmann des NÖ Energiehandels bei den Plänen des Landes eine Berücksichtigung innovativer umweltfreundlicher Marktlösungen, wie etwa der neuen Brennwerttechnik. So können etwa mit einem Tausch auf moderne Heizkessel 40 Prozent an CO2 Emissionen gegenüber herkömmlichen Ölkesseln eingespart werden. „Überdies werden Ölbrennwertkessel in Zukunft auch CO2-freies Bio-Öl zur Wärmeerzeugung nutzen und in Kombination mit Wärmepumpen betrieben werden können“, so Aigner. Auch das werde bei den Verbotsplänen nicht berücksichtigt. Aktuell gibt es in Niederösterreich über 100.000 Ölheizungen.


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