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Ein langes Leben für die Feuerwehr: Edi (97) ist seit 80 Jahren im Einsatz für den Nächsten

Petra Hanner, 26.02.2018 18:03

ST. STEFAN. Der Erste Weltkrieg war erst seit zwei Jahren vorbei, da erblickte Eduard Hetzmannseder am 26. Februar 1921 in St. Stefan das Licht der Welt. Mit dem „Feachtan Edi“ war ein Mensch geboren, der sich Zeit seines Lebens der Feuerwehr verschrieb. Nun wurde er für 80 Jahre Mitgliedschaft bei der FF St. Stefan geehrt. Am Montag feierte er seinen 97. Geburtstag.

  1 / 3   Stolz auf seine hohe Feuerwehr-Auszeichnung ist Eduard Hetzmannseder, der am 26. Februar seinen 97er feierte. Foto: Hanner

Wenn Edi auch betont, dass er schon so manches „nimmer woas“, beim Thema Feuerwehr beginnen seine Augen zu leuchten und die Erzählungen sprudeln nur so aus ihm heraus. 17 Jahre war er alt, ein junger Hüpfer also, als er zur Feuerwehr kam. Wenn die Sirene heulte ließ er alle Arbeit ruhen und schwang sich so schnell es ging auf sein Motorrad. Meist war er der Erste im nahegelegenen Feuerwehrhaus und das blieb bis ins hohe Alter so. Wenn es brannte, war das immer dramatisch: „Damals haben wir ja nur Handpumpen gehabt. Die haben sechs bis acht Personen bedienen müssen und nach zehn Minuten musste man Schichtwechsel machen weil es so anstrengend war“, erinnert sich das für sein Alter noch sehr rüstige Geburtstagskind.

Erinnerungen an Damals

Während eines so langen Floriani-Lebens erlebt man allerhand: „Als wir noch kein Feuerwehrauto hatten sind wir immer mit dem Traktor vom Hable (örtlicher Baustoffhändler, Anm.) zur Übung gefahren. Einmal, es muss kurz vor dem Krieg gewesen sein, da hat uns jemand aufgehalten und gefragt: „Wo foats denn hi?“ Er erklärte uns, dass gerade in Haslach die Sirene pfiff“n hat und es in Hundbrenning brennt. Wir waren sogar noch vor den Haslachern dort!“, ist Edi heute noch stolz. Als eingefleischter Feuerwehrmann erkannte er auch immer brenzlige Situationen: „Einmal waren mein Sohn und ich draußen, als der Bub ein Prasseln hörte. Ich erkannte gleich von der Richtung des Geräusches her: Auf der Hoad muas“s brennen. Der Bub ist mit dem Moped ins Feuerwehrhaus gefahren und hat die Sirene ausgelöst.“

Einsatz beim Bratlschießen

An einen anderen Großbrand erinnert er sich auch noch gut, denn justament an diesem Tag wurde das jährliche Bratlschießen gegen die Afiesler Kameraden ausgetragen. Stockschießen war bis ins hohe Alter eine seiner großen Leidenschaften. „Wir waren gerade fertig, als die Sirene gleich neben uns am Afiesler Feuerwehrhaus losgegangen ist. Damals hatte es zwölf Grad minus und das ganze Löschwasser ist sofort gefroren.“Mit 88 im GoKartUnd so war der Feachtan Edi bis ins hohe Alter ein verlässlicher Posten im Notfall. Bis weit über den 70er hinaus war er aktiv bei Einsätzen dabei und den jüngeren Kameraden damit immer ein großes Vorbild in Sachen Verlässlichkeit und Kameradschaft. Seinen letzten Bewerb bestritt er übrigens im Alter von stolzen 85 Jahren.

Mit 88 im GoKart

Die Steffinger Florianis erinnern sich gern auch an die vielen Feuerwehrausflüge zurück, die er mit Liedern und Anekdoten bis vor wenigen Jahren bereicherte. Zu blöd ist dem Edi dabei nichts gewesen. Mit flotten 88 Jahren zum Beispiel raste er mit den „Jungen“ am GoKart einen Berg hinunter, weil ihm das Alternativprogramm – Wandern – einfach zu fad war.

Ehrung für 80 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft

Die Kameraden rund um Kommandant Andreas Schütz dankten ihrem Edi vergangene Woche mit der Ehrung für 80 Jahre Mitgliedschaft. Und das freut den Jubilar ganz besonders, denn: „Kameradschaft, das ist das Wichtigste!“, erklärt er zum Abschluss, und seine Augen werden ein ganz klein wenig feucht.


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