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REGION ENNS. Im Monat März präsentiert Blaumeise „Tipsi“ einen wahren Künstler unter den gefiederten Freunden, den Star.

  1 / 5   Schwarzes Federkleid, in der Sonne metallisch grün glänzend, mit weißen Perlen überzogen - der Star in der Baummanege. Foto: Florian Mayr

Das schwarze Federkleid des Stars schimmert für den Künstler passend im Sonnenlicht metallisch grün und es ist mit weißen Perlen überzogen. Dr. Johanna Senigl vom Mozarteum Salzburg erzählt uns: „Mozart hat in seinem Ausgabenbuch den Kauf eines Stars notiert.“ Neben dem Eintrag findet sich eine Notenzeile, die sich auch im Klavierkonzert Nr. 17 in G-Dur (KV 453) findet, mit den Worten „Das war schön“. Der von Amadeus „Stahrl“ getaufte Star konnte offenbar diese Melodie schön pfeifen.

Drei Jahre lang war „Stahrl“ ein treuer Hausgenosse unseres Wolferls und ahmte wohl pfiffig dessen Ohrwürmer nach. Dr. Senigl weiter: „Auch ein Gedicht auf den Tod des Stars ist zitiert.“ Seelenverwandt wie die beiden waren (Mozart hieß den Vogel einen lieben Narren), widmete der Komponist dem Federvieh einen gereimten Nachruf und Wissenschafter vermuten, dass das Werk „Ein musikalischer Spaß“ (KV 522), das in der Zeit entstanden ist und von dem man annahm, dass es dilettantische Komponisten verspottet, ein Requiem auf besagten „Stahrl“ ist. Dafür spricht, dass Stare wahre Meister beim Nachspotten, Stimmen imitieren und Zusammenstückeln von melodischen Bruchstücken sind. Als die ersten Mobiltelefone auf den Markt kamen, nahmen Stare die Klingeltöne in ihr Repertoire auf und manch Geschäftsmann griff derart getäuscht vergeblich zum Handy.

Der Star ist ein Ausnahmeflieger mit Schwarmintelligenz. Im Winter sammeln sich in Rom Millionen Stare und „malen“ zum Staunen der Touristen eindrucksvolle Gebilde in den Abendhimmel. Dies dient der Feindabwehr, denn die Stare fliegen so dicht und gewandt, dass der Falke kein Opfer ausmachen kann und nicht mehr in der Lage ist, mit seinen Flügeln zu schlagen, so dass er wie ein Bruchpilot aus der Starenwolke hinaus fällt. Der Formationsflug klappt, da sich jeder Star an seinen unmittelbaren Nachbarn orientiert und jeder Star eine zehnmal bessere Reaktion wie ein Kampfpilot hat. Wenn man sich die Manöver ansieht, dann weiß man, dass die Stare viel Spaß an diesem Flugballett haben und man kann verstehen, dass der Mensch in der Antike auf die Idee kam, aus dem Vogelflug die Zukunft zu deuten.

So ein riesiger Schwarm hat natürlich auch menschliche Bedürfnisse und man sollte im Winter in Rom in gewissen Alleen sein Auto besser nicht parken. Wer hier die Nase rümpft, nur Geld stinkt dem Menschen nicht. Er hat auch wegen Vogelmist schon Kriege geführt - Guano aus Peru und Chile war das Öl des 19. Jahrhunderts und wurde in der Landwirtschaft mit großem Erfolg als Dünger eingesetzt.

Im Frühjahr kehren die Stare wieder in unsere Gärten zurück. Wir können von ihnen lernen, dass wir es gemeinsam spielerisch mit jeder Bedrohung aufnehmen können.


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