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STEINAKIRCHEN. Seit vergangenem Freitag ist die Gemeinde ohne Vize-Bürgermeister. Gerhard Fußthaler (VP), der seit März 2008 im Gemeinderat tätig war, legte alle seine kommunalen politischen Funktionen zurück.

Zum Verhängnis wurde dem nunmehrigen Ex-Vizebürgermeister die Lagerhausaffäre. Er hat am Tag des Michaelikirtags von einem versperrten Raum das Vorhängeschloss entfernt und eine Gasflasche entnommen, da ihm in seinem Lokal das Gas der Schankanlage ausgegangen war. Er bezahlte aber die Ware und auch den Schaden und erstattete Selbstanzeige. Für das Raiffeisenlagerhaus war damit die Sache vom Tisch und auch die Selbstanzeige hat wegen Nichtigkeit keine weiteren Folgen für den Ex-Vize.

Meinungen aus dem Gemeindevorstand

Nicht so aber in der Bevölkerung und auch bei einigen seiner politischen Kollegen. Der Gemeindevorstand tagte zwar, doch zu einem Ergebnis ist es nicht gekommen sein, da Gerhard Fußthaler aus privaten Gründen fehlte. Zu einem Termin zusammen mit FP-Gemeinderat Gerhard Bayerl und LUST-Obmann Wolfgang Zuser kam es auch nicht mehr, da Gerhard Fußthaler vor der Sitzung alle politischen Ämter zurücklegte.

VP-Bürgermeister Wolfgang Pöhacker: „Ich bedauere den Rücktritt von Gerhard Fußthaler, er hat seinen Job als Vize und in allen Funktionen bestens erledigt. Es gab immer eine konstruktive Zusammenarbeit. Überrascht hat mich der Rücktritt weniger, da in den letzten Wochen sehr viel, oft auch negativ, über seine Person diskutiert wurde. Letztendlich war es seine Entscheidung zurückzutreten. Wir sind im guten auseinandergegangen.“

LUST-Klubobmann Wolfgang meint dazu: „Ich kenne die Affäre nur aus Gerüchten und den Medien. Wenn es wirklich so war, dann war der Rücktritt die beste Lösung für ihn und auch für die Gemeinde.“

Etwas schärfer geht FP-Mann Gerhard Bayerl ins Gericht: „Schon ein normal sterblicher Mensch darf so etwa nicht machen und ein Kommunalpolitiker schon gar nicht. Er hat eine Vorbildwirkung in der Bevölkerung und man muss sich überlegen wie man in der Öffentlichkeit agiert. Der Rücktritt war für mich die logische Konsequenz. Bleibt nur die Frage offen, warum Fußtaler so lange mit seinem Rücktritt gewartet hat. Für mich und große Teile der Öffentlichkeit war sein Vorgehen kein Kavaliersdelikt.“

Wer folgt nach

Wer Fußthaler als Vize nachfolgen soll, darüber hüllt sich Wolfgang Pöhacker in Schweigen: „Es gibt bereits einen Vorschlag, doch der muss erst im Parteivorstand beschlossen werden.“ Trotzdem ist der nächste Wickel bereits vorprogrammiert. Wie aus politischen Kreisen durchsickerte, soll es mit Johann Watschka und Iris Steindl zwei Kandidaten geben. Daher könnte es zu einer (geheimen?) Kampfabstimmung kommen, wobei Wirtschaftsbund-Obfrau Steindl große Chancen hat, das Amt des Vize zu übernehmen. Das offene Gemeindemandat könnte Steinakirchens VP-Frauenchefin Ingeborg Grubner übernehmen.


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