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STEINBACH AM ZIEHBERG/STEYRLING. Die Digitalisierung hat nahezu sämtliche Bereiche der Arbeitswelt erfasst – so auch das Bankwesen. Da Bankgeschäfte immer seltener am Schalter abgewickelt werden, wird es zunehmend unrentabel, diese zu besetzen. Davon sind auch die Geschäftsstellen der Raiffeisenbank in Steinbach und Steyrling betroffen. Ab April bleiben dort die Schalter geschlossen.

Der Schalter der Bankstelle Steinbach am Ziehberg bleibt ab April geschlossen. Foto: Winkler-Ebner
Der Schalter der Bankstelle Steinbach am Ziehberg bleibt ab April geschlossen. Foto: Winkler-Ebner

„Der Trend ist dahingehend, dass das Schaltergeschäft immer mehr abnimmt und das digitale Bankgeschäft zunimmt“, sagt Christian Hager, Geschäftsführer der Raiffeisenbank Region Kirchdorf. Über 90 Prozent der Transaktionen führen die Raiffeisen-Kunden in Oberösterreich bereits online durch, heißt es von Seiten der Bank.

Schalter bleiben unbesetzt

An dieser Entwicklung wird sich laut Hager auch nichts mehr ändern. „Der klassische Ser­vicemitarbeiter, der am Schalter steht, wird über kurz oder lang verschwinden“, so der Bankchef. Zunehmend an Bedeutung gewinne hingegen der Bereich der Finanzberatung.Um einerseits wirtschaftlich zu agieren, andererseits qualitativ hochwertige Beratung zu bieten, sei es laut Hager unerlässlich, Kompetenzen zu bündeln. Das ermögliche eine verstärkte Spezialisierung der Mitarbeiter.

Zusammenlegung ab April

Der Vorstand und Aufsichtsrat von Raiffeisen habe daher beschlossen, ab April die Bankstelle Steinbach am Ziehberg mit Pettenbach, die Bankstelle Steyrling mit Klaus zusammenzulegen. Ab diesem Zeitpunkt bleiben die Schalter in Steinbach und Steyrling unbesetzt. Bargeld und Kontoauszüge erhalten die Kunden vor Ort dann nur mehr am Automaten.

Bedenken der Bevölkerung

Davon sind nicht alle Kunden der Raiffeisenbank begeistert. „In den vergangenen Tagen sind immer mehr Bürger zu mir gekommen, die gegen die Schließung sind“, sagt Bettina Lancaster, Bürgermeisterin der Gemeinde Steinbach. Um zum Ausdruck zu bringen, wie sehr ihnen die Sache am Herzen liegt, haben einige Bürger der Gemeinde eine Unterschriftenaktion geplant. Ihnen hat Lancaster ihre Unterstützung zugesagt.

Sparverein aufgelöst

Betroffen von der Zusammenlegung mit Pettenbach ist unter anderem der Sparverein des Ortes. „Bisher haben wir das gesammelte Geld immer zur Bank in Steinbach gebracht“, sagt Karl Vorderderfler. Dafür bis nach Pettenbach zu fahren, hält er für unzumutbar. Aus diesem Grund habe sich der Verein Anfang des Jahres aufgelöst.

Probleme für die ältere Bevölkerung

Lancaster und Vorderderfler sehen vor allem Schwierigkeiten für die nicht mobile, ältere Bevölkerung Steinbachs. „Viele von ihnen fühlen sich im Umgang mit Automaten und Online-Banking überfordert“, so Lancaster. Diesen Kunden wolle man sich verstärkt zuwenden, verspricht Raiffeisen-Geschäftsführer Christian Hager. Derzeit feile man an der Idee von Taxigutscheinen. Damit könnten die Kunden einfach zur nächsten Bankstelle gelangen, um dort ihre Bankgeschäfte zu erledigen – wie gewohnt am Schalter.


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