Die Steyr: Hommage an den tiefgrünen Fluss
STEYR. Schon Literat Julius von der Traun war von der smaragdfarbenen Steyr hingerissen. Rund 40 Kenner und Experten, viele davon mit enger Beziehung zum Fluss, eröffnen im Buch „Die Steyr – Landschaft & Menschen am Fluss“ verschiedenste Blickwinkel auf den faszinierenden Natur- und Lebensraum.

Bereits 1990 kam ein Buch unter dem selben Titel heraus, das schon länger vergriffen ist. Gut ein Vierteljahrhundert später geht es nun in einer völlig neu gestalteten Auflage – dem Lauf der Steyr und ihrer Zuflüsse folgend – mit einem thematisch abwechslungsreichen Rundblick vom Toten Gebirge bis in die alte Eisenstadt Steyr.
Nicht nur zum spannenden Leben im Unterwasser führen die 56 enthaltenen Beiträge – auch in uralte geheimnisbergende Höhlenschächte und in die Vergangenheit der Menschen am Wasser geht die Reise. Zur aus ihm hervorgehenden Industrie bis in die noch heute lebendige Kulturszenerie entlang des Ufers. Der Leser besucht die Canyons des mittleren Steyrtals, deren Konglomeratschluchten 2017 unter Schutz gestellt wurden, und die Auwälder des Naturschutzgebiets Unterhimmler Au. Der besondere Charakter der Region kommt nicht zuletzt in den zahlreichen Bildern des Buches zum Ausdruck.
Paradiesisch
Die 68 Kilometer lange und gänzlich oberösterreichische Steyr zählt zu den schönsten, saubersten Flüssen der Ostalpen und beheimatet auch seltene Tier- und Pflanzenarten. Zum Trio der Herausgeber gehört neben Franz Sieghartsleitner und Sandra Ebner auch der Mollner Willibald Girkinger. Er war schon Herausgeber der ersten Ausgabe und ist seit Kindesbeinen ein Steyrfluss-Liebhaber, den die Ästhetik des Wassers begeistert: „Wer in der Welt schon einige Flüsse gesehen hat, stellt fest, dass wir hier in einem Paradies leben, das man nie genug schätzen kann.“ Im Hinblick auf das Vorgänger-Buch von 1990 sei nur der Titel gleich geblieben: „Die neue Ausgabe ist vielschichtiger geworden und widmet sich vor allem der Symbiose von Natur und Kultur.“
Im MAW präsentiert
Bei der feierlichen Buchpräsentation im Museum Arbeitswelt, die auch Landeshauptmann Thomas Stelzer besuchte, gewährten einige Autoren Einblick in ihre Beziehung zur Natur der Steyr. Unter ihnen die Biologen Franz Maier und Erich Weigand, Höhlenforscher Helmut Steinmassl, Stadtarchivar Raimund Locicnik, Franz Sieghartsleitner und Erich Mayrhofer vom Nationalpark Kalkalpen, Schriftstellerin Brita Steinwendtner und der Druckgraphiker Erich Fröschl. Ein Duo der Mollner Maultrommler umrahmte den Abend virtuos.
Das 256-seitige Buch ist im Verlag carto.at erschienen.


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