Maritas Start mit Wiener Schnitzel
STEYR. Bei der „International Fair“ am Campus der Fachhochschule Steyr präsentierten Austauschstudenten aus 23 Ländern ihre Heimat. Die 22-jährige Marita Ibrahim aus dem Libanon erzählt im Interview über diesen Abend, ihren Weg nach Steyr und von ihrer Familie, die in der Nähe von Beirut lebt.

Tips: Welche libanesischen Speisen hast du bei der International Fair präsentiert?
Marita Ibrahim: Das waren viele verschiedene Gerichte wie Fattouch (Salat), Foul und Hommo Mtabbal, Moujadara, Mne2ich Zaatar (Gewürzbrot) oder Nammoura.Was hat dir an diesem Abend besonders gut gefallen?Ehrlich gesagt war es eine sehr erfolgreiche Messe für mich. Ich war stolz auf mich und meine Kochkünste, denn die Gäste mochten mein Essen sehr. Natürlich war ich auch zu Besuch bei all den anderen Ständen und konnte mich so durch viele Nationalgerichte kosten.
Solche Feierlichkeiten sollen den Einstieg in den Studierendenalltag hier in Steyr erleichtern. War das für dich spürbar?
Ja, sehr. Schön war die Nähe zu den Austausch- und all den anderen Steyrer Studierenden. Aber auch durch die Anwesenheit der Professoren fühle ich mich der „FH OÖ-Familie“ zugehörig.
Seit wann bist du hier und wie gefällt es dir an der Fakultät?
Mitte September kam ich in Steyr an. Ich wohne hier in einer WG gemeinsam mit anderen internationalen Studierenden. Mittlerweile habe ich mich sehr gut eingelebt und freue mich, meinen Horizont erweitern zu können. Besonders toll finde ich das stark international ausgerichtete Studienangebot. In vielen Studiengängen ist Englisch Vorlesungssprache.
Was war das Erste, das du hier in Steyr gemacht hast?
Das Erste, was ich hier in Steyr gemacht habe, war mit meinem Buddy gemeinsam ein österreichisches Schnitzel zu essen. Während der „Welcome Week“ konnte ich mir bereits ein Bild meiner vorübergehenden Heimat machen.
Was ist ein Buddy?
Buddys sind Studierende des Campus, welche unentgeltlich uns Austauschstudierenden nach der Ankunft in Österreich empfangen und uns während unserer Zeit hier mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Du kommst aus dem Libanon. Wo genau lebst du dort?
Ich lebe dort mit meinen Eltern und meinen beiden jüngeren Geschwistern in einer Wohnung in Naher Ibrahim, 40 Kilometer entfernt von Beirut. Täglich pendle ich zwischen meiner Heimat, der Uni und meinem Arbeitsplatz hin und her.
Warum hast du dich für ein Auslandssemester am FH OÖ Campus Steyr entschieden?
Ich sehe diese herausfordernde Zeit als Bereicherung und als Chance, die europäische Welt entdecken zu können. Besonders wertvoll ist für mich das Leben in Unabhängigkeit, weg von meiner Familie, ausprobieren zu können. Daheim macht alles meine Mama für mich. Hier muss ich selber kochen, waschen und bügeln. Das ist die Schule des Lebens. Außerdem will ich andere Kulturen, neue Lebensgewohnheiten und vor allem viele interessante Menschen kennenlernen und eine neue Sprache lernen.
Welche Sprachen sprichst du?
Meine Muttersprache ist Arabisch, seit meinem vierten Lebensjahr spreche ich Französisch. In Steyr möchte ich Deutsch lernen und meine Englischkenntnisse verbessern.
Wie finanzierst du dein Austauschsemester?
Ich werde durch ein Erasmus Stipendium von der Europäischen Union unterstützt. Aufgrund spezieller Kooperationsverträge mit Hochschulen aus einigen Partnerländern haben auch Studierende aus Nicht-EU-Staaten, so wie ich aus dem Libanon, die Möglichkeit eines Austauschsemesters.


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