Sie vertreten die Region Steyr in Wien
REGION STEYR. 183 Politiker sitzen im Österreichischen Nationalrat. Vier davon kommen mit Johann Singer (ÖVP), Markus Vogl (SPÖ), Gerhard Deimek (FPÖ) und Stefan Kaineder (Grüne) aus der Region Steyr. Tips stellt das Quartett vor.

39,3 Prozent der Abgeordneten im neuen Parlament sind Frauen, ein Rekordwert. Die Region Steyr wird allerdings ausschließlich von Männern vertreten. Johann Singer ist seit 2008 im Nationalrat dabei. „Als Bautensprecher der ÖVP bin ich für das Thema Wohnen zuständig, darin liegt meine Hauptaufgabe“, erklärt der Bürgermeister von Schiedlberg, der auch Mitglied im Verkehrs-, Verfassungs- und Rechnungshofausschuss ist. „Sehr wichtig in meiner Arbeit im Parlament ist mir auch der Einsatz für den ländlichen Raum und damit für die Menschen, von denen ich gewählt wurde“, sagt Singer.
Letzte Amtszeit?
Das Durchschnittsalter der Parlamentarier beträgt aktuell 46,8 Jahre. Singer gehört mit 61 Jahren zu den erfahrensten. Ob es seine letzte Periode sein wird? „Diese Frage stellt sich nicht. Ich bin für diese Gesetzesperiode gewählt und konzentriere mich in dieser Zeit, den Wahlkreis bestmöglich zu vertreten“, so Singer.
Wechsel vorprogrammiert
Bei der SPÖ ist ein Wechsel innerhalb der nächsten Legislaturperiode vorprogrammiert. Markus Vogl wird mit Anfang 2021 Steyrer Vizebürgermeister, in Wien wird ihm BMW-Betriebsrat Andreas Brich nachfolgen. Vogl ist sei 2013 Nationalrat, wo er als Konsumentenschutzsprecher der SPÖ tätig ist. „Außerdem bringe ich mein Wissen als Betriebsrat im Gesundheits- sowie im Arbeits- und Sozialausschuss ein“, erzählt Vogl, dessen Partei weitere Jahre in der Opposition bevorstehen. „Wir müssen noch konkreter und eindeutiger in unseren Forderungen werden. Nur so lässt sich als Opposition erkennen, wofür man steht. Das hört sich oft einfacher an, wie es ist, weil es selten schwarz-weiß Lösungen gibt“, sagt Vogl.
14 Jahre im Parlament
Nach zwei Jahren in der Regierung stellt man sich bei der FPÖ wieder auf Opposition ein. „Die türkis-grüne Regierung wird rund um Neujahr stehen“, glaubt der erfahrene Parlamentarier Gerhard Deimek, der seit 14 Jahren dabei ist. Der Pfarrkirchner ist wie bisher bei der FPÖ hauptsächlich für die Themen Verkehr und Technologie zuständig, aber auch für Wissenschaft und Umwelt. „Wir werden hier unsere konsequente Linie fortsetzen“, sagt Deimek, der von einer guten Gesprächsbasis mit den Ministerien und den Parlamentariern aus den anderen Fraktionen berichtet. Auch für die Region gäbe es immer wieder gemeinsame Initiativen über die Parteigrenzen hinweg, wie etwa beim Thema Baureststoff-Deponie in Sierning.
Senkrechtstarter
Eines von 58 neuen Gesichtern im Nationalrat ist der Dietacher Stefan Kaineder. Der 34-Jährige hat eine steile politische Karriere hingelegt. Vom einfachen Gemeinderat hat es der studierte Theologe zunächst 2015 in den Landtag geschafft, wo er für die Grünen Bereichssprecher für Soziales, Familie und Landwirtschaft ist. Ähnlich sieht nun sein Aufgabengebiet in Wien aus, wo für seine Partei der Klimaschutz im Mittelpunkt steht. Möglicherweise könnte Kaineder sogar ein Ministeramt in einer türkis-grünen Regierung winken. „Das ist noch völlig offen. Zuerst einmal müssen wir in Sondierungen feststellen, ob sich Verhandlungen lohnen. Der Weg zu einer Bundesregierung ist noch ein weiter“, sagt Kaineder.


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