Widerstand war tödlich
STEYR. Vor 75 Jahren wurde Widerstandskämpfer Karl Punzer ermordet – ihm zu Ehren wird am Mittwoch, 4. Dezember, eine Gedenktafel enthüllt.

Der Widerstand gegen die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten war vor allem bei den Arbeitern der Steyrer Werke gut organisiert. An den Sammelaktionen für die Angehörigen politisch Verfolgter beteiligten sich mehrere hundert Steyrer. Die Widerstandsgruppen verteilten Flugzettel, versorgten KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter mit Medikamenten und Informationen und verübten versteckte Sabotageakte.
Treffen auf Almhütten
Die Auflehnung gegen die Nazidiktatur war brandgefährlich und schon ein falsches Wort konnte das Todesurteil bedeuten. Aus Sicherheitsgründen fanden die Treffen und Schulungen der Gruppen auf Almhütten im Enns- und Steyrtal statt. Auch Naziorganisationen wurden unterwandert und als Tarnung benutzt. Trotzdem bezahlten viele Steyrer Widerstandskämpfer, wie Karl Punzer, Herta Schweiger, Otto Pensl oder Bertl Konrad, ihr Engagement mit ihrem Leben.
Gedenken und Information
Bei der Ecke Punzer-/Wagnerstraße im Stadtteil Münichholz wird am Mittwoch, 4. Dezember, um 16 Uhr von der SPÖ eine Gedenktafel zu Ehren von Karl Punzer enthüllt. Um 17 Uhr folgt bei freiem Eintritt ein Vortrag von Josef Stockinger und Bernhard Pospisil im Freizeit- und Kulturzentrum Münichholz. Unterstützt durch Film- und Tonaufnahmen des Zeitzeugen Franz Draber referieren die beiden über den Steyrer Widerstand im Allgemeinen und Karl Punzer im Speziellen.


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