Gedenken an KZ Münichholz und Judenverfolgung

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Angelika Mitterhauser Angelika Mitterhauser, Tips Redaktion, 24.09.2020 09:24 Uhr

STEYR. Der sonst verschlossene Jüdische Friedhof kann am Sonntag, 27. September, von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Am selben Tag gibt es außerdem Führungen unter dem Titel „Auf den Spuren der Zwangsarbeit“ rund um das KZ-Denkmal Münichholz.

Der Eingang zum Jüdischen Friedhof in Steyr liegt am Taborweg, zwischen Schnallentor und Taborrestaurant. 141 Erwachsene, 50 Kinder, 100 Opfer des Todesmarsches der ungarischen Juden im April 1945 und einige Flüchtlinge, die nach dem Krieg verstarben, sind hier begraben. Viele Grabsteine enthalten hebräische Inschriften.

Am 4. Mai 1874 wurde die Ruhestätte durch den Linzer Rabbiner Abraham Salomon Frank feierlich eingeweiht, nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts jüdische Familien aus Böhmen und Mähren nach Steyr zogen. 1945 sollte der Friedhof zerstört werden, aber das Kriegsende vereitelte diesen Plan. Das letzte jüdische Begräbnis fand 1992 statt.

Holocaust-Denkmal

Vor Ort befinden sich auch ein 2008 errichtetes Holocaust-Denkmal mit 86 Namen der Steyrer Opfer, eine Marmorplatte mit den Spendern der ehemaligen Synagoge, ein Denkmal für die Opfer des Todesmarsches der ungarischen Juden und eine 2012 errichte Gedenkplatte mit 15 Namen von Opfern dieses Todesmarsches. Auch die Eltern und Geschwister des Malermeisters Friedrich Uprimny, des letzten Überlebenden des Holocaust in Steyr, sind auf dem Holocaust-Denkmal zu finden.

Seit fast 30 Jahren kümmert sich das Mauthausen Komitee Steyr um den Friedhof und konnte ihn so vor dem Verfall retten. 1938 wurde die jüdische Kultusgemeinde Steyr von den Nationalsozialisten ausgelöscht, die Grabsteine des Friedhofes erzählen aber weiter über das jüdische Leben in Steyr.

Führungen werden am 27. September um 14.15 Uhr und 15.15 Uhr angeboten. Männliche Besucher werden um Kopfbedeckung ersucht.  

Spuren des KZ Münichholz

Ebenfalls am 27. September gibt es Führungen unter dem Titel „Auf den Spuren der Zwangsarbeit“ ab dem KZ-Denkmal Münichholz. Start ist um 14 und 15 Uhr (Dauer ca. 45 Minuten), Anmeldung erforderlich bis 24. September per E-Mail an martin.hagmayr@museum-steyr.at

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich im Stadtteil Münichholz von 1942 bis 1945 ein Außenlager des KZ Mauthausen. In unmittelbarer Nähe gab es mehrere Lager für zivile Zwangsarbeiter. Die Häftlinge und Zwangsarbeiter, Männer wie Frauen, mussten in der Rüstungsindustrie, beim Straßenbau und beim Bau von Luftschutzstollen arbeiten.

Von den Lagern sind heute in Münichholz keine Originalspuren mehr sichtbar. Mithilfe von historischen Fotografien und Zeitzeugenberichten soll den ehemaligen Lagern in Münichholz bei den Führungen nachgespürt werden. Der Schwerpunkt liegt auf den verschwundenen baulichen Überresten der ehemaligen Lager.

 

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