Leserbrief: „Das ist doch krank!“
STEYR. Die 17-jährige Loreta ärgert sich über völlig überfüllte Busse zu Stoßzeiten und die damit erhöhte Gefahr, sich mit Corona anzustecken.

Ich würde gerne ein Problem ansprechen, worüber sich viele Jugendlichen und Leute die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, aufregen: überfüllte Busse. Normalerweise würde ich mich darüber weniger beschweren, nur was ist mit der Ansteckungsgefahr? Kein Wunder, dass Steyr jetzt im orangenen Bereich ist, in einem Bus sind locker 70 Personen.
Enger Körperkontakt
Drinnen kann man sich nicht mal einen Zentimeter bewegen; man gerät in Körperkontakt mit fremden Personen. Gerade zu diesen Zeiten sollte man Abstand halten, so sagt es auch das Gesetz, mindestens einen Meter! Doch im Bus gelingt das nicht. Also warte ich auf den nächsten Bus; schon wieder überfüllt. So ist es auch mit dem übernächsten Bus, es gibt kein Ende und wenn ich jetzt 45 Minuten auf den folgenden Bus warten muss, komme ich schneller an, wenn ich einfach zu Fuß gehen würde. So geht es auch allen anderen. Da hilft die Maskenpflicht alleine nicht, nützlich ist sie, aber nicht genug wenn man schon eingequetscht wird zwischen anderen Leuten, die vielleicht sogar unbewusst infiziert sind.
Maske reicht nicht
Wenn wir nicht bald auf eine Lösung zu diesem Problem kommen, sind die Maßnahmen kontraproduktiv! Ich trage meine Maske, steige aber in einem extrem vollen Bus ein. Um mich sind manche Kinder die ihre Maske nicht richtig auf haben oder sogar in einigen Fällen gar keine auf haben! Sie sprechen mit ihren Freunden, man fühlt es zwar nicht richtig, aber das eine oder andere Speichel-Tröpfchen kann jederzeit auf wem anderen landen, beim Reden als auch beim Ausatmen. Das sind Fakten, die kann man in jedem Buch über Mikrobiologie lesen!
Was ist mit meiner Oma?
Ich kann damit leben, dass ich vielleicht angesteckt werde. Aber was ist mit meiner 70-jährigen Oma, die oft persönlichen Kontakt zu mir hat? Was ist mit meiner Mutter, die an einer schweren Darmerkrankung leidet? Was ist mit meinem Vater, der fast an einem Schlaganfall gestorben wäre? Die gehören zur Risikogruppe, und viele Jugendliche haben sicher ein Mitglied der Familie dessen Leben sich auch in Gefahr begeben würde. Denken wir mal an unsere Mitmenschen! Es wird immer Leute geben, die nicht an Corona glauben und auf ihre Masken pfeifen, so lange man einen fünf Meter Abstand zu denen hält, ist man schon mal auf einem sichereren Weg. Leider ist nicht mal ein halber Meter Abstand möglich im Bus.
Mehr Busse nötig
Wie ich schon geschrieben habe, wir sollten mehr auf die Maßnahmen achten und es würde deutlich hilfreicher sein, gäbe es mehr Busse zu einer Zeit wo die meisten Schulen aus haben bzw. beginnen. Wir sollen ja auch auf unsere Mitbürger achten, deren Leben gefährdet wäre wenn sie Corona hätten. Ich hoffe, dass bevor es zu einem weiteren Lockdown kommt, wir da eine Lösung finden.
Leserbrief von Loreta (17), Steyr


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