„Wir haben zu wenig Personal“
GARSTEN. Zwischen 9. März und 31. Mai wurden im Landespflege- und Betreuungszentrum Christkindl rund 7.400 Arbeitsstunden abgebaut.

„Der Dienstgeber hat die Corona-Krise genutzt, um Personalkosten zu sparen“, sagt Betriebsrat Werner Osterberger. Drei Monate lang wurde das Pflegeheim in Minimalstbesetzung betrieben. Pflege, Therapie und Reinigung wurden heruntergefahren. „Wenn das Personal auf die Hälfte reduziert wird, kann nicht mehr die gesamte Leistung erbracht werden. Dann müssen wir uns damit begnügen, dass die Leute warm, satt und sauber sind – nicht mehr und nicht weniger“, erklärt der Betriebsrat.
Massiv unterbesetzt
Personalmangel ist aber nicht nur in der Corona-Zeit ein Problem. In den vier Pflegeheimen des Landes (Christkindl, Schloss Haus, Schloss Cumberland und Schloss Gschwendt) fehlen laut einer aktuellen Berechnung im Vergleich zu anderen Anbietern nach dem Chancengleichheitsgesetz drei Dutzend Beschäftigte – die Häuser sind also auch in Normalzeiten massiv unterbesetzt.
Corona im Haus
Obwohl die Beschäftigten in den vergangenen Monaten gut auf sich und die Bewohner aufgepasst haben, kam es zuletzt zu einigen Infektionen mit dem Corona-Virus. Damit wurde das Personal wegen Krankenständen und Quarantänemaßnahmen noch einmal dezimiert. Die, die noch im Einsatz sind, arbeiten unter erschwerten Bedingungen, weil das stundenlange Tragen der Maske auch körperlich anstrengend ist. „Da drunter schwitzt du Ende nie“, sagt Werner Osterberger, der aufgrund von Vorerkrankungen selbst zu einer Risikogruppe zählt und daher nach Auftreten eines Covid-Falles auf seiner Station vorerst vom Dienst freigestellt wurde. Trotz der widrigen Umstände ist für den Betriebsrat klar: „Wir haben einen der schönsten Berufe – aber es muss sich einiges ändern: beim Personalstand, bei den Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt bei der Bezahlung.“
500 Euro Prämie
Für ihre herausragenden Leistungen in den vergangenen Monaten haben die Vollzeit-Beschäftigten in den Landespflegeheimen eine Prämie in Höhe von 500 Euro bekommen. „Vom Corona-Tausender sind wir da noch weit entfernt. Und bei Teilzeitkräften hat noch weniger herausgeschaut, sogar Urlaube und Zeitausgleich wurden von der Prämie abgezogen“, berichtet Osterberger.


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