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STEYR. Die Grüne-Spitzenkandidatin Ruth Pohlhammer möchte mit einem Leserbrief diverse Gerüchte rund um die Verunreinigung des städtischen Trinkwassers aus der Welt schaffen.

Ruth Pohlhammer Foto: Ron Sandmayr
Ruth Pohlhammer Foto: Ron Sandmayr

„In den Wochen, seitdem in Steyr das passiert ist, was wir nie für möglich gehalten haben, nämlich, dass wir nicht ganz selbstverständlich den Wasserhahn aufdrehen können und das Wasser direkt verwenden, haben mich viele besorgte Menschen gefragt, was denn da passiert und ob da wohl alles mit rechten Dingen zu gehe.

Im Laufe der letzten Tage wurde schließlich auch gemutmaßt, dass der Verursacher/die Verursacherin eh bekannt sei, aber wohl zu bekannt, um öffentlich beschuldigt werden zu können. Ich habe mich auch des Öfteren über die Kommunikation seitens des Magistrats sehr geärgert. Um diversen Verschwörungstheorien nicht weiter Vorschub zu leisten und um die bekannten Fakten ohne Emotionen darzustellen, habe ich den Vorsitzenden des Umweltausschusses Kurt Prack gebeten, aufzulisten, was er weiß.

Im Anschluss findet ihr die Darstellung. Ich hoffe, dadurch den Diskurs zu entemotionalisieren und die Kommunikation mit den Menschen in Steyr in Zukunft anzukurbeln.

Kurt Prack, Gemeinderat und Vorsitzender des Umweltausschusses:

„Da wir Grünen als Umweltpartei immer wieder auf die Situation bezüglich Trinkwasser und Trinkwasserchlorierung angesprochen werden, möchte ich einen kurzen und möglichst übersichtlichen Bericht geben, was mein Wissensstand ist. Die Informationen stammen in erster Linie aus der Aktuellen Stunde, die zu diesem Thema am Donnerstag, 19. November 2020, im Gemeinderat abgehalten wurde.

Der oder die Verursacher der Verunreinigung konnte/n noch immer nicht gefunden werden. Die Suche läuft, es gibt Zeugeneinvernahmen, aber ob die Schuldigen jemals gefunden werden, bleibt abzuwarten. Vermutet wird die Quelle der Verunreinigung irgendwo im Krankenhausbereich.

Solange man die Ursache nicht kennt, muss das Wasser weiter (allerdings jetzt deutlich weniger) mit Chlor versetzt werden. Andere Methoden (zum Beispiel UV Bestrahlung im Quellbereich) funktionieren nicht, da das gesamte Leitungssystem betroffen sein kann.

Die Quellen in Steyr waren zu jedem Zeitpunkt sauber, die Verschmutzung muss irgendwo ins Leitungsnetz eingebracht worden sein. Da es bei diesen Bakterien eine Nulltoleranz gibt, kann die Chlorierung nur durch Auffinden der Ursache oder durch ein Abkochgebot über mehrere Tage nach Beendigung der Chlorierung und neuerliches Messen danach beendet werden. Dass man damit noch zuwartet und hofft, die Ursachen zu finden, scheint mir logisch.

Aus meiner Sicht arbeiten die Stadtbetriebe Steyr von Beginn der Verunreinigung an auf Hochtouren und professionell. Dass in der angespannten Situation die Kommunikation zu kurz kam, war zu Beginn verständlich. Immerhin änderte sich die Lage auch ständig. Postwürfe hätten mehrmals mit unterschiedlichem Inhalt und somit verwirrend gestaltet werden müssen. Die Krise trat an einem Freitag auf, per Postwurf hätte man die Bevölkerung frühestens am Montag erreicht. Die Situation fiel nie in die Kategorie 'Katastrophe'. Deshalb wurde von Information per Lautsprecher abgesehen. Im Radio und in den Zeitungen wurde informiert, wie gut oder schlecht die Information gelaufen ist und läuft, darüber möchte ich nicht urteilen.


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