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STEYR. Der Ausstieg aus der Chlorung ist vollbracht. Die Steyrer Stadtbewohner können seit 26. Jänner, 9.40 Uhr, geschmacksneutrale Natur aus dem Wasserhahn genießen.

Abbau des Chlorungsgerätes Foto: Magistrat Steyr I Presse
  1 / 2   Abbau des Chlorungsgerätes Foto: Magistrat Steyr I Presse

„Damit fällt uns eine große Last von den Schultern“, sagt Stadtbetriebe-Chef Peter Hochgatterer. „Jetzt liegt die Aufarbeitung der Erfahrungen an, um hier künftig Verbesserungen erreichen zu können.“

Die Ursache für die Verkeimung konnte, trotz großem Aufwand, nicht gefunden werden. Fest steht: Weder die Quellen noch die Hochbehälter oder das Leitungs-Netz der SBS waren Ausgangspunkt der Verunreinigung. An den Wasserübergabestellen bei den Abnehmern konnten zumindest Schwachstellen behoben werden.

Verbesserungen für die Zukunft

Um bei einem eventuellen Störfall zukünftig schneller reagieren zu können, werden die Stadtbetriebe ein Chlorungsgerät anschaffen. Konstruktive Kritik aus Politik und Bevölkerung, etwa in punkto transparente Kommunikation, habe man in den Maßnahmenkatalog aufgenommen.

Vizebürgermeister Markus Vogl ergänzt: „Die Devise für die Zukunft lautet: testen, testen, testen. Und: Trinkwasser ist von Brauchwasser zu separieren. Dafür muss ein Bewusstsein geschaffen werden.“

Wie hoch der Schaden für die Stadt, einschließlich Ursachenforschung und Behebung, ausfällt, lässt sich noch nicht festmachen. „Die Kosten liegen im Bereich von 100.000 Euro, ohne eigene Leistungen.“ Nicht zu beziffern sei freilich der Imageverlust für das an sich ausgezeichnete Steyrer Trinkwasser.

„Für das Ungemach, das die Bevölkerung durch das Abkochgebot hatte, wird für das Jahr 2021 von der vom Land OÖ vorgesehenen Erhöhung der Wasserbezugs- und Kanalbenützungsgebühr abgesehen“, teilt Vizebürgermeister Vogl mit. Dadurch sparen die Steyrer heuer immerhin mehr als 230.000 Euro.

Rückschau

Am 28. August musste für die halbe Stadt wegen einer Belastung des Trinkwassers mit Escherichia coli (Messwert: 12 KBE/100 ml) und Enterokokken (Messwert: 8 KBE/100 ml) ein Abkochgebot ausgesprochen werden. Wenige Tage später begann die Chlorung. Am 11. September konnte das Abkochgebot für die meisten Betroffenen aufgehoben werden, am 18. September auch für die 1.500 Bewohner der Gründbergsiedlung, Unterhimmel, Steinfeldstraße, Aichet sowie Teilen des Wehrgrabens. 

Nach der Notchlorung begann eine Chlorung in der Konzentration von 0,24 mg/Liter. Die Eintropf-Konzentration wurde seither wiederholt verringert. Für eine sicheren Ausstieg mussten im Dezember wegen eines Chlorungsstopps nochmals 276 Häuser in Gründberg, Steinfeldstraße und Kegelpriel ihr Wasser abkochen. Es wurde bei den Testungen jedoch keinerlei neue Belastung festgestellt.

Die Stadtbetriebe haben in der gesamten Zeit mit den besten Experten des Landes zusammengearbeitet und alle Entscheidungen im Einvernehmen und auf Rat von externen Fachleuten getroffen.


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