Steyrer Persönlichkeit: Buch über Großvater
STEYR. Über Jahrzehnte hat die pensionierte HS-Lehrerin Elfriede Perchacki ihren Ahnen nachgeforscht. Jetzt hat sie ein Buch über Ferdinand Freihofner (1870–1943) herausgebracht.

„Mein Großvater starb zwei Jahre vor meiner Geburt. Aber die Erzählungen meiner Mutter über ihn haben mich schon als Kind bezaubert“, sagt Elfriede Perchacki. Die Recherchen für eine Familienchronik führten die Steyrerin ab den Nullerjahren bis New York. Das Buch „Ferdinand Freihofner – Ein Sozialdemokrat für Steyr“ ist Teil davon.
Glühender „Roter“
Es zeichnet das Leben eines glühenden Arbeiter-Sprachrohres nach, eines hochrangigen Schlaraffen, eines engagierten HTL-Direktors und eines Familienvaters. Noch vor dem Ersten Weltkrieg ließ sich Freihofner von Wien nach Steyr versetzen, um hier für die Arbeiter einzutreten. Er gründete unter anderem die Sozialistische Vereinigung geistiger Arbeiter und den Verein der Beamten, Lehrer und Pensionisten mit.
HTL Steyr: Zugang auch für Mädchen
Als HTL-Direktor setzte er in Steyr zudem die Einrichtung einer Lehrwerkstätte und einer Schülerherberge durch und, dass die Schule erstmals auch Mädchen aufnahm. Darüber hinaus war der leidenschaftliche Virginia-Raucher ein humor- und gemütsvoller Charakter, der im Wirtshaus gerne einem armen Schlucker ein Bier spendierte. Eine weitere an die Enkelin überlieferte Anekdote: „In der Nachkriegszeit stand mein Großvater da: die geliebte Frau gestorben, alleine mit vier Kindern. Weil er HTL-Direktor war, wohnte die Familie im Schulhaus. Der Schulwart hatte einen Hahn, den die ganze Familie Freihofner innig liebte. Als er schließlich in der größten Not in den Kochtopf musste, aß keiner einen Bissen. Und am meisten geweint hat mein Großvater.“
Das Buch ist unter Tel. 0699/12143220 erhältlich.








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