Alltagsmeisterin: „Wollte immer sinnerfüllten Beruf“

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Bgm. Annemarie Wolfsjäger (l.) und Johanna Derfler mit Valentina Lumplecker (Mi.) (Foto: privat)
Bgm. Annemarie Wolfsjäger (l.) und Johanna Derfler mit Valentina Lumplecker (Mi.) (Foto: privat)
Angelika Mitterhauser Angelika Mitterhauser, Tips Redaktion, 26.07.2021 09:00 Uhr

ST. ULRICH. Die junge Krankenpflegerin Valentina Lumplecker ist in der Porträt-Reihe „Alltagsmeisterinnen“ die Persönlichkeit der Woche.

Ihre Arbeit auf der Urologie mit drei bis vier 12-Stunden-Diensten und einem Nachtdienst pro Woche mag sie sehr: Valentina Lumplecker hat ihren Traumberuf gefunden. Menschen zu helfen und mit ihnen zu arbeiten, begeistert sie. Ursprünglich absolvierte die St. Ulricherin nach der Fachschule Kleinraming die Lehre zur Fitnesstrainerin. Der Schlaganfall ihres Vaters war dann jedoch der Grund, mit 23 Jahren auch noch die Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP) in Steyr zu machen.

Einsatz auf Covid-Station

Als 2020 auf der Intensivstation für Covid-19-Patienten dringend Ersatzpersonal gesucht wurde, um das Intensivpersonal zu entlasten, war sie sofort zur Stelle. Die 27-Jährige kannte die Intensivstation schon von ihrem Praktikum. Dass sie eingesprungen ist, hat sie nie bereut und viel dabei gelernt. „Anfangs war da schon ein Gefühl von maßloser Überforderung. Gespräche mit meinen Patienten, die mir sehr wichtig sind, waren auf der Covid-Station durch den Tiefschlaf nicht möglich“, erzählt sie.

Einige Tage Anlaufzeit habe es gebraucht, um sich auf die Situation, mit ständiger Kontrolle der Geräte und Beatmungsmaschinen, einzustellen. Mit einem Ganzkörperanzug, bis zu drei Hauben, vier Paar Handschuhen, Masken und Schutzschild war auch die dienstmäßige Kleidung bei geschlossenen Fenstern eine Herausforderung. Sie habe stets gut überlegen müssen, wie viel sie in der Pause trinken konnte, um die nächsten drei Stunden ohne Toilette durchzustehen.

Immer wieder bis ans Limit

„Von November bis Februar und im April betreuten wir zu dritt immer vier Betten. Zwei von uns waren jeweils drei Stunden direkt bei den Menschen – eine unterstützte uns aus dem Bereich vor der Schleuse mit Medikamenten etc. Immer wieder ging es bis ans Limit“, spricht Lumplecker von einer dramatischen Situation auch in Steyr. Die St. Ulricherin erlebte viele Patienten unter 60 Jahren, die bis zu 14 Tage da waren. Manche benötigten die Herz-Lungen-Maschine, warteten auf eine Lunge oder starben. Beim Praktikum auf der Palliativstation hat sie auch damit umzugehen gelernt. „Das Schönste war, wenn Patienten wieder mit mir sprechen und auf die normale Station verlegt werden konnten. Ihre Dankbarkeit ist der größte Lohn und lässt den Stress vergessen“, sagt Lumplecker und freut sich, wieder in ihrer eigentlichen Station zu arbeiten.

Auftanken beim Musizieren

Beim Musizieren kann die Saxophonistin, deren Vater Musiker ist, vom Job ausspannen. Als ehrenamtliche Jugendreferentin im Musikverein Gleink ist sie zudem froh, dass nach der langen Covid-Pause wieder alle Jungen zu den Proben kommen können. Mehr Musiker-Nachwuchs wäre schön. „Es ist wichtig, dass sich die Jugend einbringt und mitgestaltet“, sagt sie und wird deshalb ab Herbst auch noch als Gemeinderatskandidatin in St. Ulrich mitarbeiten. Ganz nebenbei hat sie noch ein großes Projekt vorbereitet – die eigene Hochzeit, die im August stattfinden wird.

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