STEYR. Im Herbst 2020 zog Antonia Thurner von Bayern nach Steyr, um hier an der Management-Fachhochschule zu studieren. Zuletzt verbrachte die 21-Jährige ein Auslandssemester in Riga und schildert im Tips-Interview ihre Erfahrungen.

Tips:Ihr Weg hat Sie von Gröbenzell nahe München nach Steyr geführt. Warum?
Antonia Thurner: Nach meinem Abitur 2019 konnte ich mich noch nicht entscheiden, was ich machen möchte und habe mir deshalb ein Jahr Zeit genommen, das herauszufinden. Durch diverse Praktika – Konditorei, Film-Produktion, Kommunikationsagentur – und eine Reise durch Südamerika bin ich letztendlich beim Thema Logistik gelandet. Ich finde es wahnsinnig faszinierend, wie viele kleine Bestandteile miteinander wirken und schlussendlich ein großes Ganzes bilden. Über eine Internetseite bin ich auf die FH Steyr aufmerksam geworden. Ein praxisorientiertes Studium, wie es hier angeboten wird, konnte ich nirgends in Deutschland finden. Deshalb will ich hier meinen Bachelor machen.
Tips:Was gefällt Ihnen an Steyr, was weniger?
Antonia Thurner: Ich schätze an Steyr das familiäre Zusammenleben. Trotz diverser Einschränkungen aufgrund der Pandemie war es möglich, ein soziales Netzwerk aufzubauen. Besonders schön finde ich, dass die Stadt direkt an den beiden Flüssen angesiedelt ist und man immer einen kurzen Spaziergang in die Natur machen kann, um abzuschalten. Ich würde mir noch wünschen, dass es ein öffentliches Volleyballfeld gibt und mehr Möglichkeiten, um feiern zu gehen. Aber das sind nur Kleinigkeiten, im Großen und Ganzen fühle ich mich in Steyr sehr wohl und freue mich schon auf das nächste Semester.
Tips:Welches Berufsziel verfolgen Sie?
Antonia Thurner: Aktuell ist mein berufliches Ziel, einmal bei der Welthungerhilfe zu arbeiten. Ich will helfen, optimale Versorgungskonzepte aufzustellen.
Tips:Von August 2021 bis Jänner 2022 haben Sie ein Auslandssemester in Riga absolviert. Warum haben Sie sich für Lettland entschieden?
Antonia Thurner: Ich war neugierig, was sich hinter diesem kleinen Land versteckt, von dem ich ehrlich gesagt nicht einmal genau wusste, wo es sich auf der Landkarte befindet. Ich habe in Riga in einer WG mit einem Italiener und zwei Franzosen gelebt. Besonders schön war, dass unsere Nachbarn auch Studenten waren, so konnten wir uns oft für ein gemeinsames Mittagessen oder für Lerngruppen treffen.
Tips:Wie war es an der Technischen Universität in Riga?
Antonia Thurner: Ich hatte von Anfang an fünf von meinen sechs Vorlesungen online. Wie überall kommt es sehr auf den Professor an, wie der Unterricht gestaltet wird. Aber allgemein hatte ich das Gefühl, dass hier alles noch etwas anonymer stattfindet und mehr in Schwarz-Weiß. Ein großer Fokus wird auf Regeln gelegt. Überzeugt hat mich jedoch das Prinzip, dass man über das komplette Semester Punkte durch Anwesenheit, Hausübungen und Tests sammeln konnte. Das heißt, wenn man während des Semesters aufpasst, wird man belohnt, indem man kein Final-Examen schreiben muss.
Tips:Wie haben Sie Ihre Freizeit verbracht?
Antonia Thurner: Durch den Online-Unterricht hatte ich die Möglichkeit, diverse Reisen mit meinen Freunden zu unternehmen. Insgesamt besuchten wir sechs Länder und machten eine Menge weiterer Ausflüge. Auch in Riga unternahmen wir viel, besuchten die Oper, die Nationalbibliothek, ein Eishockeyspiel oder ein Freiluftmuseum. Insgesamt gab es immer was zu tun, es wurde uns nie langweilig.
Tips:Wie ging man in Lettland mit dem Coronavirus um? Gab es einen Lockdown? Konnten Sie das Nachtleben genießen?
Antonia Thurner: Vor allem am Anfang war das Nachtleben ein Hammer. In der Altstadt von Riga gibt es einige kleine Clubs, wo man keinen Eintritt bezahlt. Lettland war allerdings eines der ersten Länder mit einem Lockdown im Herbst 2021. Dieser wurde bereits Ende September verhängt und bestand bis zu meiner Abreise. Jedoch war der Lockdown nicht immer gleich strikt. Drei Wochen waren beispielsweise abgesehen von Supermärkten und Apotheken alle Geschäfte geschlossen. Es gab eine nächtliche Ausgangssperre und man durfte keine Menschen treffen. Während der meisten Zeit waren die Geschäfte geöffnet. Auch Bars hatten offen, jedoch nur bis 21 Uhr beziehungsweise 23 Uhr.<


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