Solidarische Landwirtschaft: Jungbäuerin sät Vielfalt und setzt auf Beziehung

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Angelika Hollnbuchner Tips Redaktion Angelika Hollnbuchner, 03.03.2022 12:00 Uhr

SIERNING. Seit 2021 baut Magda Resch (30) am Hof „Kloawegschoad“ heimisches Gemüse in seiner ganzen Fülle an. Ab heuer bietet sie Interessierten an, gegen einen regelmäßigen Beitrag an der Ernte teilzuhaben.

Wenn Magda Resch dieser Tage die Jungpflänzchen in ihren Anzuchttöpfchen begutachtet, kribbelt es in ihren Fingern. Bald wird sie die Hände wieder in den kühlen Erdboden graben, ihren Sprösslingen auf der „Gemüsewiese“ beim Gedeihen zusehen. 2.500 Quadratmeter bestückt die studierte Agrarwissenschaftlerin heuer mit heimischen Blumenarten und über 200 Gemüsesorten: Blatt- und Wurzelgemüse, Kohlarten, Salat, Gurken, Tomaten und mehr. Wenn der Juni kommt, wuchert es schon an allen Ecken und Enden und die ersten Kistchen werden für den Verkauf gefüllt.

Junge Hofgemeinschaft

Sechs Mitbewohner zählt Magda Resch am gepachteten Gut in der Weichstettener Straße – ist Not an der Frau, greift man einander unter die Arme. Gefunden hat sich die ressourcenschonend ausgerichtete Gemeinschaft über die Plattform „Perspektive Landwirtschaft“, die Hofübergebende und Hofsuchende vernetzt. Gemeinsamer Einzug war im November. Für Resch, die bereits im Frühjahr 2021 ihre erste Saat in Sierning ausbrachte, geht es nun in die zweite Saison. Die Jungbäuerin setzt auf Direktvermarktung und „Market Gardening“: Nach dem Vorbild des Pioniers Jean-Martin Fortier geht es hier um einen möglichst dichten Anbau auf kleiner Fläche und die Entwicklung eines Kreislaufes, der mit der Zeit immer weniger menschliche Eingriffe braucht. „Momentan investiere ich noch sehr viel, um den Boden fruchtbar zu halten und den Unkraut- und Schädlingsdruck in Schach zu halten. Der Anbau erfolgt achtsam und nach biologischen Kriterien.“ Kunden erhalten bei Resch von Juni bis November frisches Gemüse. Vorwiegend sind dies alte Sorten, die ein besonders reiches Aroma auf den Teller bringen. Um die Ernte bestmöglich verwertet zu wissen, hat sich die 30-Jährige für das Konzept der solidarischen Landwirtschaft entschieden.

35 Ernteanteile

Konsumenten werden dabei für jeweils eine Saison Mitglied von Reschs „Gemüsewiese“. Für einen monatlichen Beitrag bekommen sie jede oder alle zwei Wochen eine saisonale Gemüsekiste. Wer freiwillig mehr zahlt, ermöglicht Kunden mit geringem Einkommen einen günstigeren Preis. „Unterm Strich muss es sich bei mir mit den Kosten ausgehen“, erklärt Resch. Sie hat heuer 35 Ernteanteile anzubieten. Die Abholung erfolgt am Hof, weitere Abholstellen sind ab fünf Abnehmern möglich. Wer mag, kann auch selbst am Hof anpacken.

Bauer und Konsument

Für Resch bedeutet das solidarische Wirtschaften mehr Sicherheit und das gute Gefühl, dass die wertvolle Ernte den Speiseplan vieler Haushalte bereichern wird. „Es ist schön zu wissen, für wen man anbaut“, so die 30-Jährige. Für die Sierningerin liegt die Zukunft der kleinstrukturierten, nachhaltigen Landwirtschaft in der engen Beziehung zwischen Bauer und Abnehmer und im Gemeinschaftlichen. „Dürfte ich mir etwas wünschen, wäre das, dass Fördermodelle künftig statt auf Quantität besonders auf Vielfalt achten und weiters, dass den Menschen wieder mehr Zeit bleibt, sich dem guten Lebensmittel zuzuwenden anstatt zu Fertiggerichten greifen zu müssen.“

Info-Abende

Mehr über Magda Reschs „Gemüsewiese“ erfährt man bei Info-Abenden am 30. März, 27. April und 17. Mai, jeweils 18–19.30 Uhr am Hof in Sierning (Weichstettener Straße 29). www.gemuesewiese.at

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