Vorbilder im Ehrenamt: Herz von ganzer Familie schlägt für Feuerwehr

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Angelika Hollnbuchner Tips Redaktion Angelika Hollnbuchner, 04.05.2022 09:00 Uhr

REGION STEYR. Fünf Feuerwehren hat Steyr, 44 gibt es in Steyr-Land. Für ihre Schlagkraft entscheidend ist jeder einzelne Kamerad, der dafür nicht selten viel Freizeit gibt. Anlässlich des Welttages der Feuerwehrleute am 4. Mai traf Tips eine engagierte „Feuerwehr-Familie“ in Garsten.

Sie sind rund um die Uhr freiwillig abrufbereit – um Häuser vor Flammen zu retten, Wasser aus Kellern zu pumpen, verunfallte Menschen zu bergen, Schnee von Dächern zu schaufeln, Bäume von der Straße zu holen oder den angstvollen Stubentiger vom Baum. Allein der Bezirk Steyr-Land zählt stolze 2.852 aktive Mitglieder, 644 Jung-Florianis und 590 Kräfte in Reserve. Im Vorjahr meisterten sie 333 Brand- und 1.986 technische Einsätze.

Mitunter sind es ganze Familien, die ihr Herzblut in das „Hobby“ Feuerwehr einbringen. Wie die Familie Aschauer in Garsten. Vater Christian (55) ist seit fast einem Vierteljahrhundert Kommandant der FF Garsten. Seit mehr als 25 Jahren ist er zudem Mitglied der BMW-Betriebsfeuerwehr, an ihrer Spitze steht er seit 2017. „Man kann sagen, die Feuerwehr ist für mich wie ein zweiter Job“, lächelt Aschauer. Praktisch jede freie Minute investiert er in seine Aufgaben als Kommandant.

Endlich bei der Feuerwehr

Das bestätigen seine drei Kinder. Sie sind allesamt seit ihrem 10. Geburtstag bei der Garstner Feuerwehr. Der Funke sprang früh über: „Wir konnten den Tag eigentlich kaum erwarten, endlich auch dazugehen zu dürfen“, erinnert sich Tochter Julia (21). Die ausgebildete Kraftfahrerin lenkt jedes Feuerwehrfahrzeug und ist seit einigen Jahren auch Schiffsführerin. Seit 2016 unterstützt sie das Jugendbetreuerteam. Beim jüngsten Großbrand saß Julia wieder am Steuer des ersten Einsatzfahrzeuges und sorgte als Maschinistin zwölf Stunden lang dafür, „dass das Wasser nach vorne kommt“.

Technik, Gemeinschaft, Sinn

Derzeit bereitet sich die 21-Jährige auf das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold vor – die anspruchsvolle „Feuerwehrmatura“. Ihr Bruder Mario (20) ist Atemschutzwart, der ältere Bruder Andreas (29) Zugskommandant in Garsten sowie Oberamtswalter im Abschnittsfeuerwehrkommando Steyr-Land. Alle vier begeistern an der Feuerwehr die Technik, die Kameradschaft und der Einsatz für Menschen in Not.

Natürlich sammelt man dabei auch viele einprägsame, teils dramatische Erfahrungen. Andreas: „Tragisch sind die Einsätze, bei denen man nichts mehr für die Menschen tun kann, wie bei tödlichen Verkehrsunfällen. Wenn es vielleicht sogar jemand ist, den man kannte oder ein Kamerad aus dem Nachbarort, ist das schon einschneidend. Bei anderen Einsätzen trifft man auf Menschen, die ihre Existenz brennen sehen, Häuser stehen unter Wasser. Als Feuerwehrmann zählt dann, dass man helfen und anpacken kann.“

Dankbarkeit und Gemeinschaft

Die Feuerwehr rettet Leben, begrenzt materielle Schäden und gibt Menschen die Hoffnung zurück. „Die vielen Momente der Dankbarkeit sind auf jeden Fall ein Grund, aus Überzeugung bei der Feuerwehr zu sein“, bekräftigt Julia. Andreas ergänzt: „Nach einem intensiven Einsatz hat uns eine Schar Menschen einmal lange applaudiert, da bekommt man schon Gänsehaut.“ Ein wesentlicher Grundpfeiler des Feuerwehr-Daseins ist aber auch die Gemeinschaft. In guten und in schwierigen Zeiten ist niemand allein. Gespräche gehören dazu, in der Stressverarbeitung unterstützt ein eigenes Team sehr professionell.

Für jeden etwas dabei

Wer sich weniger für den Ernstfall geeignet sieht, findet genauso seinen/ihren Platz: „Wir haben so viele verschiedene Bereiche, jeder Interessierte kann seine Stärken einbringen“, so die Familie unisono. Der gesellschaftliche Aspekt kommt freilich nicht zu kurz, ob beim gemeinsamen Müllsammeln mit dem Nachwuchs oder beim Feste feiern. Kommandant Christian Aschauer: „Der fehlende direkte Austausch in der Coronazeit war für uns schon hart. Auch unser jährlicher Ball hat uns gefehlt.“

Einfach hinschauen

Wer mit einem Ehrenamt liebäugelt, dem rät Familie Aschauer, bei der Feuerwehr im Heimatort vorbeizuschauen. Andreas: „Es ist sicher regelmäßig jemand da, der einem alles zeigt und gerne Fragen beantwortet.“ Julia fügt hinzu: „Es ist einfach eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der man sehr viele Dinge lernt, die einen auch persönlich weiterbringen.“ Und Mario weiß: „Es kommt bei Bewerbungen in Firmen gut an. Als Feuerwehrler bringt man Teamgeist mit.“

Frauen im Vormarsch

Die Feuerwehr kann übrigens auf immer mehr Frauenpower zählen: „In unserer Jugendgruppe sind von 26 Mitgliedern derzeit 17 Mädchen“, erzählt Julia. Und auch sonst stehen die Frauen unterstützend zur Seite, so wie Mama Aschauer: „Sie hilft mit, wenn bei den Festen helfende Hände gebraucht werden.“

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