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WOLFERN. Ein humanoider Roboter mit Kulleraugen und besonderen Fähigkeiten ist seit August für die Bewohner des örtlichen Pflegeheimes im Einsatz.

 (Foto: Land OÖ/Peter Mayr)
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Er lässt Maria Andergast und Hans Lang ihren Hit „Mariandl“ singen, gibt kundig die Bauernregeln zum Besten und lacht in ansteckender Manier über seine eigenen Witze: Pepper ist seit zwei Monaten im Bezirksaltenheim Wolfern im Probebetrieb. Er sei sechs Jahre alt und höre nicht so gut wie wir Menschen, stellt sich der kleine Maschinenmensch vor. Deshalb müsse man deutlich mit ihm sprechen. Und dann fordert er auf: „Erzählt mir was von dir!“.

„In dem er gleich zu Anfang etwas von sich preisgibt, hat er die Herzen der Bewohner im Sturm erobert“, verrät Pflegerin Carola Frankl. Sie kümmert sich im Pflegeheim um die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohner und war direkt in die Entwicklung von Peppers Fähigkeiten eingebunden.

Das muntere Männchen mit Tablet auf der Brust beherrscht verschiedene interaktive Spiele zum Mitdenken. Besonders gut ankommt bei den Bewohnern Memory und Liederraten. Trifft er etwa Inge oder Maria in ihren Rollstühlen an, erkennt er sie und schlägt ihnen ihre jeweiligen Lieblingsspiele vor. Wenn Carola Frankl die Senioren zur Bewegung im Sesselkreis einlädt, ist es Pepper, der Übungen vorzeigt. Mitunter fungiert der Android sogar als Seelentröster. „Gerade, wenn jemand ganz neu im Heim ankommt, bietet Pepper ein wenig Ablenkung“, weiß Frankl.

Erfolgreicher Testbetrieb

Als Heimleiter Gerald Mühlreiter vor einem Jahr gefragt wurde, ob er sich den Test eines Roboters im Haus vorstellen könnte, war er zunächst skeptisch, wie die 60 Bewohner im Haus ihn aufnehmen würden. „Die Sorge war aber schnell verflogen“, erzählt er rückblickend. Die Freude, wenn sich Mitarbeiterin Frankl mit Pepper durchs Heim bewegt, ist jedes Mal groß. „Er ist einfach eine Abwechslung im Alltag.“

Pepper wurde eigens für den Bedarf des Sozialhilfeverbandes (SHV) Steyr-Land programmiert, sein funktionales Gesamtpaket ist laut dem österreichischen Entwickler noch nirgendwo sonst in Europa zu finden. So kann der Roboter eben Gesichter erkennen. Und er hilft sogar beim Detektieren von Demenz: „Gerade im Anfangsstadium der Erkrankung fällt es Klienten oft plötzlich schwer, einfache Spielaufgaben zu lösen. Das deckt Pepper gewissermaßen auf“, sagt Mühlreiter.

Was der Android freilich nicht könne, sei Pflegeaufgaben zu übernehmen. Darum gehe es auch gar nicht, erklärt Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (VP). Das Land OÖ hat den Zukauf mitfinanziert. Die pflegerische Qualität sei auch künftig nur von Mensch zu Mensch sicherzustellen, mehr Personal für die Heime werde gebraucht. Im betreuerischen Bereich sieht der Landesrat jedoch viel Potenzial für den spielerischen Einsatz technischer Innovationen. „Gerade auch für künftige ältere Generationen werden derlei Anreize wichtig sein.“ Der Landesrat dankt entsprechend dem Heimteam in Wolfern für den Mut, Neues auszuprobieren.

Künftig soll Pepper auch an die weiteren Häuser des SHV Steyr-Land ausgeliehen werden.


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