Impuls Schule Steyr widmet sich der Zeitgeschichte
STEYR. Die NS-Zeit hat in Steyr Spuren hinterlassen. Und gleichzeitig wurden Spuren ausradiert, dem Erinnern entzogen. Jugendliche der Impuls Schule Steyr sind diesem Teil der Vergangenheit auf die Spur gegangen und laden zu einem zeitgeschichtlichen Rundgang ein.

Nicht weniger als 18 verschiedene Lager gab es in Steyr zwischen 1938 und 1945. Ein KZ-Außenlager in Münichholz, Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Diese sind mittlerweile ebenso spurlos verschwunden wie das „fremdvölkische Kinderheim“ in Münichholz.
Gleichzeitig gibt es in Steyr eine gut entwickelte Erinnerungs- und Gedenkkultur. Allen voran steht der Stollen der Erinnerung. Die ehemalige Synagoge in der Bahnhofstraße wird in einen Lern- und Gedenkort umgewandelt. Es gibt Straßennamen, die an Widerstandskämpfer erinnern und Stolpersteine.
Die Impuls Schule Steyr hat sich insbesondere dem Stadtteil Münichholz gewidmet. Die Orte der NS-Verfolgung wurden kartografiert und fotografisch erfasst. Recherchearbeiten erfolgten im Stadtarchiv Steyr und im Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Literatur wurde durchforstet.
Rundgang am 4. Juli
Steyr war eine Stadt der kriegswichtigen Rüstungsproduktion. So wurden nicht nur Zwangsarbeiter nach Steyr deportiert, sondern auch volksdeutsche Arbeitskräfte angesiedelt. Die NS-Mustersiedlung Münichholz entstand. So wurde dieser Stadtteil zu einem dichten Konglomerat aus arischen Arbeitern, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen – alles in Sichtweite.
Schüler der Impuls Schule Steyr konzipierten einen zeitgeschichtlichen Rundgang durch den Stadtteil Münichholz. Der Start erfolgt am Samstag, 4. Juli, bei der Impuls Schule (Albert Lortzing Straße 19) und führt anschließend zu den Orten der Lager, des Alltags während der NS-Zeit und endet schließlich an dem Ort des ehemaligen fremdvölkischen Kinderheims. Der Rundgang ist öffentlich und dauert von 10 bis 13 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos.


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