Mountainbiken: Bundesforste fordern Fairplay
STEYR/OÖ. Der Nutzungsdruck auf die Wälder ist enorm gestiegen. Aktuell öffnen wieder vielerorts die Mountainbike-Strecken. Rücksicht und Respekt sind mehr denn je gefragt.

Endlich wieder mit dem Bike ins Grüne: Seit Ausbruch der Pandemie hat das Mountainbiken extrem zugenommen. „Der Nutzungsdruck auf Wälder und Naturräume ist im Moment enorm“, sagt Bundesforste-Vorstand Rudolf Freidhager, gebürtiger Steyrer. „Wir verzeichnen aktuell ein Vielfaches an Erholungssuchenden in den Wäldern, insbesondere beim Mountainbiken.“ Laut einer im Auftrag der Bundesforste durchgeführten Studie hat sich der Anteil an Mountainbikern im Wald zuletzt von sechs auf 13 Prozent verdoppelt. Das führt auch zu mehr Konflikten: abgerissene Absperrbänder, Waldschilder im Straßengraben, gefährliche Fahrmanöver und Fahrten durch Sperrgebiete bis hin zu tödlichen Unfällen.
Verbindliche Spielregeln
Wenig überraschend: Laut Umfrage begrüßen mehr als zwei Drittel (73 %) aller Erholungssuchenden verbindliche Regeln für das Mountainbiken im Wald. „Seit Beginn der Pandemie haben wir vieles erlebt und appellieren zu Saisonauftakt: Bleiben wir rücksichtsvoll, wenn wir in der Natur unterwegs sind. Respektieren wir Tiere, Pflanzen und Mitmenschen“, so Freidhager. „Gerade in schwierigen Zeiten brauchen wir alle intakte Lebensräume und grüne Wälder – auch für unsere mentale Gesundheit.“ Die Bundesforste stellen nicht zuletzt gerade deshalb rund 2.450 Kilometer MTB-Strecken in ihren Wäldern zur Verfügung. „Für die heurige Saison wurde das Angebot weiter ausgebaut und über 30 neue Mountainbike-Kilometer geschaffen“, so Freidhager.
Leitfaden für Biker
Der größte Teil des Bundesforste-MTB-Streckennetzes befindet sich in Oberösterreich (750 Kilometer). „Mit Oberösterreich, Salzburg, Tirol und NÖ wurden bereits vor Jahren Rahmenverträge für das Mountainbiken abgeschlossen“, erklärt Freidhager. Auf deren Basis seien Pflicht- und Haftungsfragen klar geregelt. Mit Partnern aus Tourismus, Jagd und Freizeitwirtschaft entstand zudem ein „Biker-Fairplay“, das die wichtigsten Spielregeln enthält.
Dazu gehört: Auf markierten und freigegebenen Routen bleiben, Nacht- und Winterruhe einhalten, Sperren zu Tagesrandzeiten beachten, Wildtiere nicht beunruhigen und Hinweisschilder berücksichtigen. „Wenn wir uns gemeinsam daran halten, wird der Wald bleiben, was er ist: ein unersetzlicher Erholungsraum“, so Freidhager.


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