Knittelsport wird in der Region Steyr immer beliebter
PFARRKIRCHEN. Das Knittelwerfen oder Stöbelwerfen ist eine Sportart ähnlich dem Eisstockschießen. Nur wird statt einem Eisstock eine Holzkeule („Knittel“) verwendet.

Vom Spielprinzip her ist Knitteln mit dem Eisstockschießen vergleichbar, wird jedoch überwiegend in den Sommermonaten gespielt. Anstelle von Eisstöcken kommen hölzerne Keulen – die sogenannten Knittel – zum Einsatz.
Diese werden mit viel Gefühl, Erfahrung und Zielgenauigkeit in Richtung der Daube geworfen. Gerade das Werfen macht den Sport besonders anspruchsvoll, da Flugbahn, Untergrund und Wurftechnik den Spielverlauf maßgeblich beeinflussen.
Gemeinschaft wird gefördert
Eine Mannschaft („Moarschaft“) besteht aus vier Personen (weiblich, männlich oder gemischt) und das Knittelwerfen ist eine praktische und kostengünstige Sportart. Schließlich benötigt man außer dem Knittel und der Daube keine besondere Ausrüstung und kann es im Grunde überall ausführen. Darüber hinaus ist das Knittelwerfen eine Mannschaftssportart und fördert damit auch die Gemeinschaft.
Der Knittel ist ein konisches oder Kegel ähnliches Holzstück mit einem Durchmesser von 6 bis 9 Zentimeter. Er kann rund oder eckig sein (mind. achteckig mit acht gleich großen Flächen) und ist aus einem Stück Holz gefertigt.
Es dürfen keine metallischen oder sonstigen Werkstoffe im Knittel eingearbeitet sein. Einzige Ausnahme – es darf nur ein Ring aus Eisen oder Aluminium auf dem „Spitz“ befestigt werden, um diesen zu schonen.
Der Knittel darf max. 2.000 Gramm und muss mind. 1.000 Gramm (bei Frauen 700 Gramm) schwer, sowie höchstens 80 Zentimeter lang und mind. 60 Zentimeter (bei Frauen 50 cm) lang sein.
Spielfeldgröße und Regeln
Das Spielfeld ist 14 Meter lang und 3 bis 3,5 Meter breit und sollte rundum mit einer Linie gekennzeichnet sein. Die sogenannte „Daube“ ist ein Holzwürfel von ca. zehn Zentimeter Kantenlänge und liegt jeweils zwei Meter innerhalb der Spielfeldlänge. Der Abstand von Daube zu Daube beträgt somit zehn Meter.
Gespielt wird auf sechs Kehren. Anwurf hat beim ersten Spiel die Mannschaft laut Spielplan. Jede Mannschaft nominiert für dieses Spiel einen Moar. Nach dem Anwurf durch den Moar der ersten Mannschaft wirft der Moar der zweiten Mannschaft.
Nach jeder Kehre wird der Anwurf gewechselt. Während des Spiels dürfen sich nur die Moare bei der Zieldaube aufhalten und den eigenen Spielern Anweisungen geben. Die Spieler stehen beim Knittelwurf mit dem vorderen Fuß auf der Knittelabwurflinie.
Geworfen wird maximal einen Meter links oder rechts von der Daube, Damen dürfen den Knittelwurf im Bereich der Daubenmarkierung durchführen.
Gezählt werden die näheren Knittel einer Mannschaft zur Daube: (1, 2, 3 oder 4 Punkte). Sieger ist, wer am Ende der sechs Kehren die höheren Knittelpunkte hat. Bei Gleichstand erfolgt eine Punkteteilung.
In vielen Orten werden Knittelturniere veranstaltet. Seit 2019 gibt es beim OÖ. Seniorenbund einen Landes-Knitteltag. Heuer findet die SB-Knittel-Landesmeisterschaft am 24. September in Thalheim bei Wels statt.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden