Ungeschlagen auf Platz vier
STEYR. Beim Futsal-Schülerliga-Bundesfinale im Burgenland schrammt das BRG Steyr nach einem starken Auftritt knapp an einer Sensation vorbei.

Nachdem das BRG Steyr Anfang Februar den Landesmeistertitel im Futsal-Bewerb (Hallenfußball ohne Bande) der Schülerliga (Unterstufe) erringen konnte, vertrat man Oberösterreich Anfang März beim Bundesfinale in Neusiedl (Burgenland). Zehn Teams kämpften dabei um den begehrten Titel des besten Futsal-Teams Österreichs.
Perfekter Start ins Turnier
Die Gymnasiasten, betreut vom Trainerduo Jürgen Rogl und Alois Musikar erwischten dabei am ersten von drei Turniertagen einen Traumstart. Im Auftaktspiel konnte man das PG Mehrerau (Vorarlberg) in einem knappen Match mit etwas Glück, aber dennoch verdient, mit 1:0 besiegen. Den Siegestreffer nach Zuspiel von David Kühhas konnte Sky Schwarz erzielen. Im zweiten und zugleich letzten Spiel des ersten Turniertages trafen die Steyrer auf das Ella Lingens Gymnasium aus Wien. Im wohl bisher besten Spiel des Turniers schaffte das BRG Steyr die Sensation und konnte dem Favoriten aus der Bundeshauptstadt ein Bein stellen - 2:0 hieß es nach 15 gespielten Minuten. Zweifacher Torschütze war Sky Schwarz, der mit einem 10m-Strafschuss und nach einem herrlichen Spielzug den Sieg für das BRG Steyr fixierte. „Sechs Punkte nach dem ersten Tag waren natürlich sensationell, wodurch wir mit einem Halbfinaleinzug am zweiten Tag spekulieren durften“, berichtet Coach Rogl.
Schützenfest und Gruppensieg
Auch der Beginn des zweiten Tages entwickelte sich zu Beginn ganz nach dem Geschmack der Oberösterreicher. Gegen den Landessieger aus dem Burgenland, der NMS Gols, war man spielerisch klar überlegen und hatte sehr viel Ballbesitz. Leider wollte der Ball nicht ins gegnerische Tor und so trennte man sich mit einem torlosen Remis. Die Gymnasiasten vom Michaelerplatz hatten es gegen die NMS Bruckner (Steiermark) somit selbst in der Hand mit einem Sieg den ersten Platz in der Gruppe A und somit den Halbfinaleinzug zu fixieren. Die Steyrer ließen keine Zweifel aufkommen und brannten von Beginn weg ein Offensivspektakel ab. Nach Toren von David Kühhas und Sky Schwarz (2) stand es nach 90 Sekunden bereits 3:0 für die Oberösterreicher. Kopfschütteln auf der Betreuerbank und bei den zahlreich mitgereisten Eltern auf der Tribüne. Diesen unglaublichen Spielverlauf hatte wohl niemand erwartet. Und die Gymnasiasten ließen nicht locker, drückten weiter aufs Gas und erhöhten durch einen Doppelpack von Lorenz Egger auf 5:0. „Dieser Spielstand erlaubte es mir, einige Spieler zu schonen und den jüngeren Spielern Spielzeit zu geben“, resümiert Rogl. Trotz Bemühungen weitere Tore zu erzielen gelang dies nicht mehr, man musste sogar noch den ersten Gegentreffer im Turnierverlauf hinnehmen, was schlussendlich einen 5:1-Endstand bedeutete.
Duell der Top-Teams
Neben dem BRG Steyr stieg in der Gruppe A überraschend die NMS Gols als Zweiter in das Halbfinale auf. Die Gruppe B wurde von der FSSZ Spittal (Kärnten) dominiert. Auch hier konnte das zweite Team aus dem Burgenland, die NMS Neusiedl, überraschen und das Halbfinale erreichen. Eine für das BRG Steyr im Nachhinein unglückliche Konstellation, denn das Regulativ besagt, wenn zwei Teams aus dem selben Bundesland im Halbfinale stehen, müssen diese dort auch aufeinandertreffen. Die Steyrer verloren dadurch den Vorteil als Gruppensieger gegen den Zweiten der anderen Gruppe zu spielen und trafen am Nachmittag auf die Vertreter aus Kärnten.
Die lange Mittagspause wurde genützt um frische Luft zu schnappen und mit den Eltern einen Spaziergang zum schönen Neusiedlersee zu machen bzw. sich mental auf das Halbfinale einzustellen. Um 14.15 Uhr war es dann soweit: Das BRG Steyr bestritt sein erstes Halbfinale bei einer Bundesmeisterschaft. Das Aufeinandertreffen gegen die FSSZ Spittal war für viele ein vorweggenommenes Finale, da die beiden dominierenden Teams aus der Gruppenphase aufeinandertrafen. Die Steyrer waren nicht mehr so frisch wie am Vormittag und gerieten mit 0:1 in Rückstand. Die Spittaler störten den Spielaufbau früh, wodurch sich Steyr kaum nennenswerte Chancen herausspielen konnte. Dennoch gelang, etwas glücklich, nach einem Eckball der Ausgleich durch Lorenz Egger.
Tränen nach Penaltyschießen
Dies war auch der Endstand in der regulären Spielzeit - ein Sechsmeter-Schießen musste über den Aufstieg ins Endspiel entscheiden. Dort scheiterte mit Sky Schwarz der bisher wohl beste Steyrer, wenn nicht sogar beste Spieler des gesamten Turniers, als einziger der sechs Schützen. Freude bei den Siegern, bittere Tränen der Enttäuschung bei den Verlierern. „Nach so einem Spiel fehlen einem die Worte. Alle Spieler saßen in der Kabine und kein Einziger konnte die Tränen zurückhalten. Man konnte ihnen aber keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben, leider war das Glück nicht auf unserer Seite“, erlebte Rogl die Minuten nach der Niederlage. Minuten später kam im Spielerkreis aber bereits die Ansage von Kapitän Lorenz Egger: „Dafür holen wir uns morgen die Bronzemedaille!“
„Stolz auf das gesamte Team“
Im abschließenden Spiel um den dritten Platz trafen die Oberösterreicher wieder auf die NMS Gols, mit der man sich bereits am Vortag duellierte. Der letzte Turniertag gestaltete sich aber etwas schwierig für die Steyrer. Körperlich und vor allem geistig musste man den ersten beiden Tagen Tribut zollen bzw. konnte man nicht mehr an die spielerische Form der Gruppenphase anschließen. Dennoch ging man gegen die Burgenländer durch David Kühhas und Lorenz Egger zweimal in Führung. Leider erhielt man auch zweimal postwendend den Ausgleich. So stand es nach regulärer Spielzeit 2:2 an Toren, wodurch wieder ein Sechsmeter-Schießen die Entscheidung bringen musste. Marco Sulzner und Elias Gmainer scheiterten, wodurch das BRG Steyr erneut den Kürzeren zog und das Futsal-Bundesfinale als „undankbarer“ Vierter beendete.
„Wenn mir vor dem Turnier jemand den vierten Platz angeboten hätte, hätte ich diesen sofort genommen. Betrachtet man aber den Turnierverlauf und die Tatsache, dass wir als einziges Team kein Spiel verloren, die meisten Tore erzielt und das beste Torverhältnis haben, wird einem bewusst, dass wahrscheinlich mehr drinnen gewesen wäre. Ich bin stolz auf das gesamte Team, die tolle Unterstützung der vielen mitgereisten Eltern und das Lob und die Anerkennung unseres Schulleiters bzw. unserer Kollegen aus dem BRG Steyr, die zu Hause ständig mitgefiebert haben. Dies ist ein wahnsinnig tolles Gefühl und glänzt für die Spieler und das Trainerteam bei weitem mehr, als die knapp verpasste Medaille“, fasst Trainer Rogl die drei intensiven Tage im Burgenland zusammen.


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